
Reisebericht: Tasmanien in zehn Tagen Teil 1/3
Tasmanien, auch „Tassie“ genannt, gilt als echter Geheimtipp in Australien. Die Insel beeindruckt mit ihrer vielfältigen Natur, tollen Nationalparks und ist gut vom Festland erreichbar. Starten wir mit allgemeinen Fakten und praktischen Tipps.

Australiens Süden
1. Naturparadies Tasmanien
Saftig grüne Regenwälder, beeindruckende Berglandschaften, glasklare Seen, Hunderte Wasserfälle, eine einzigartige Pflanzenwelt, UNESCO Kultur- und Naturerbe, feuerrote Felsen, Wineglass Bay, weiße Traumstrände, unberührte Natur, die sauberste Luft der Welt und unglaublich freundliche Menschen - das alles erwartet euch in Tasmanien.
Aber auch die Tierwelt hat hier einiges zu bieten. Man findet viele Kängurus, Wallabys, Pademelons, Wombats, seltene Ameisenigel, Tüpfelbeutelmarder, Schnabeltiere (Platypus) und den seltenen und aufgrund einer ansteckenden Form von Krebs vom Aussterben bedrohten Tasmanischen Teufel.
Doch wo liegt Tasmanien eigentlich? Dies fragten mich viele, als ich von meiner geplanten Reise dorthin erzählte. Tasmanien ist die größte Insel Australiens und liegt am Südzipfel des australischen Kontinents. Die etwa 68.400 km² große Insel (296 km Nord-Süd Ausdehnung und 315 km Ost-West Ausdehnung) mit ca. 520.000 Einwohnern (Stand 2018) ist von der Größe her vergleichbar mit Irland. Die Hauptstadt ist Hobart im Süden der Insel. Fast die Hälfte der Insel besteht aus Nationalparks, wovon es 19 auf Tasmanien gibt. Ein Viertel davon gehört zum UNESCO Welterbe.
2. Anreise
Tasmanien ist vom australischen Festland aus leicht zu erreichen. Die einfachste, schnellste und günstigste Variante ist die Anreise mit dem Flugzeug. Selbst in der absoluten Hauptsaison bekommt man einen Hin- und Rückflug schon ab 100€ je nach Abflughafen. Airlines wie Quantas und Jetstar fliegen Hobart ab Adelaide, Brisbane, Melbourne und Sydney an. Virgin Australia fliegt von Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney. Von Melbourne bspw. dauert der kurze Flug nach Hobart gerade einmal eine Stunde. Der Hobart International Airport, welcher rund 20 km nordöstlich von der Hauptstadt entfernt ist, liegt im Stadtteil Cambridge. Der Flughafen ist sehr klein und überschaubar. Es gibt nur eine Halle für Abflüge und Ankünfte. So entschleunigt man schon bei Ankunft und ist im Urlaubsmodus.
Es gibt zudem die Möglichkeit Tasmanien, insbesondere Devonport, mit der Fähre zu erreichen. Diese Option dauert mit 15 Stunden ab Melbourne und 20 Stunden ab Sydney recht lang und ist im Vergleich zum Flug deutlich teurer. Diese Option nutzen vor allem viele Australier, die mit ihren eigenen Fahrzeugen übersetzen.
3. Die beste Reisezeit
Das Wetter auf Tasmanien unterscheidet sich vom Festlandwetter. Man kann hier an einem Tag vier Jahreszeiten erleben. Regnet es am Morgen noch, kann es am Mittag schon wieder strahlenden Sonnenschein geben und am Abend Frost oder in bestimmten Teilen sogar Schnee. Die Hauptsaison ist auf der Insel relativ kurz und reicht von Dezember bis Februar. Im Herbst, also im März und April, ist es meistens noch recht mild. Insbesondere auch für Familien ist Tasmanien eine Empfehlung. Denn das Klima ist ganzjährig mild und die Distanzen sind überschaubar. Ich habe in der Zeit einige Familien mit Babys und Kleinkindern getroffen, die ihre Elternzeit auf Tasmanien verbrachten und hellauf begeistert waren.
4. Reisedauer Empfehlung
Die kleine Insel, die im Vergleich zum australischen Festland winzig wirkt, wird oft in ihrer Größe unterschätzt, besonders bei der Reiseplanung. Es ist natürlich möglich, die Insel in ein paar Tagen zu umrunden und die bekannten Sehenswürdigkeiten einmal zu überfliegen. Ich empfehle jedoch, mindestens 14 Tage auf der Insel zu verbringen, um einen guten Überblick zu bekommen und um die ein oder andere kürzere Wanderung unternehmen zu können. Man kann hier getrost mehrere Wochen und Monate verbringen, ohne Langeweile zu bekommen.
Tasmanien unterscheidet sich wesentlich vom Festland. Die Distanzen sind deutlich kürzer. Die Straßen sind teilweise sehr kurvenreich und es geht viel bergauf und bergab, sodass manche kurz erscheinende Strecke doch etwas länger dauern kann. Ein Roadtrip auf Tasmanien ist daher extrem abwechslungsreich. Tasmanien bietet unglaublich viele Landschaftsbilder und wird oft auch als „kleines Neuseeland“ bezeichnet. Denn die Insel erinnert in vielerlei Hinsicht an das Nachbarland. Die Natur ist gleichermaßen dramatisch und das Wetter kann genauso rau und wechselhaft sein.
5. Freedom Camping und Campingplätze
Tasmanien ist das reinste Paradies zum Campen. „Wildes“ Campen ist auf Tasmanien nicht gern gesehen und in den meisten Fällen auch nicht erlaubt. Das ist jedoch kein Problem, da es eine große Vielfalt an unterschiedlichen Stellplätzen gibt. Grob lassen sich vier Arten von Campingmöglichkeiten unterscheiden: kostenfreie Stellplätze, private Campingplätze, kommerzielle Campingplätze sowie Stellplätze in den Nationalparks. Je nach Saison und Region findet man dabei auch immer wieder Plätze, die nahezu menschenleer sind.
Die kostenfreien Stellplätze bieten oft Trockentoiletten, teilweise auch Wasserhähne, Grillmöglichkeiten und einfache Infrastruktur.
Private Campingplätze liegen preislich meist zwischen 25 und 35 AUD. Hier gibt es Stellplätze mit oder ohne Strom sowie Wasseranschluss. Zur Ausstattung gehören Toiletten, Duschen, häufig auch Waschmaschinen, eine Küche und Grillplätze. Für Duschen fallen meist zusätzlich 1–3 AUD an. Daher empfiehlt es sich, immer etwas Kleingeld für Duschen oder Waschmaschinen bereitzuhalten.
Kommerzielle Campingplätze sind größere, professionell betriebene Anlagen mit umfangreicher Infrastruktur wie modernen Sanitäranlagen, Stromanschlüssen, Shops und Freizeitangeboten. Sie sind komfortabler, aber oft auch teurer und stärker auf Massentourismus und Familien ausgerichtet.
Zu guter Letzt gibt es noch die Nationalpark-Campsites, optional mit oder ohne Strom, die mit etwa 16 bis 20 AUD meist relativ günstig sind. Toiletten sind immer vorhanden, gelegentlich gibt es auch Duschen für wenige Dollar sowie weitere einfache Ausstattung.
Empfehlenswerte Apps für die Suche nach Stellplätzen sind hier Wikicamps und CamperMate. Für die National Parks findet ihr Infos auf der Gouverment Seite von Tasmanine unter "National Park - Campsite". Ansonsten eignen sich auch Touristeninformationen, welche oft eine Liste der umliegenden Stell- und Campingplätze haben.
Finde den passenden Camper!
















6. Kosten für Nationalparks
Fast jeder der 19 Nationalparks auf Tasmanien kostet Eintritt.
Bei dem Besuch von nur einem oder maximal 2 Parks lohnt es sich den Eintritt einzeln zu zahlen. Kosten: 1 Fahrzeug inkl. 8 Personen 44,75 AUD. Bei einer längeren Reise und dem Besuch von mehr als 2 Nationalparks lohnt sich ein Holiday Pass, welcher für 8 Wochen gültig ist, um nicht jeden Park einzeln zahlen zu müssen. Kosten belaufen sich auf ca. 95 AUD für Fahrzeug inkl. 8 Personen.
Der sehr beliebte Cradle Mountain National Park, für den man einen Shuttlebus nutzen muss, kostet nochmal extra. Alle Informationen zu den Parkpässen und wie man diese online oder vor Ort kaufen kann, findet man unter der folgenden Website von Parks & Wildlife Service Tasmania.
Im nächsten Teil unseres Berichtes erfahrt ihr, wir wir die ersten Tage unserer Reise verbracht haben.
Viel Spaß beim Lesen!

Plane dein Tasmanien Abenteuer mit uns!



































