CamperOase im Outback

Die Gibb River Road – das Outback-Abenteuer in den Kimberleys

Diese ReiseMoritz und Sarah
Personen2
ReisezeitSeptember 2026
Dauer23 Tage
RouteVon Broome nach Darwin über die Gibb River Road

Camper finden

So nahm das Abenteuer seinen Lauf

Wir sind Moritz und Sarah und Sales Agents für Neuseeland und Australien.
Da uns die Reise entlang der australischen Ostküste im Jahr 2025 bereits von dem Land überzeugt hatte, entschieden wir uns, dieses Jahr noch einmal nach Australien zu reisen. Diesmal wollten wir Australien allerdings auf eine etwas andere Art erleben – nicht mit einem klassischen 2WD und entlang der üblichen beliebten Strecken. Wir entschieden uns für die Gibb River Road und damit ganz konkret für eine Reise von Broome bis nach Darwin.

Wir waren vom 5. bis 27. September 2026 unterwegs und damit bereits am Rande der Saison. Ab Oktober beginnt langsam die Regenzeit, sodass viele Campingplätze und Attraktionen entlang der Gibb River Road nur noch eingeschränkt zugänglich sind. Die Hochsaison starten Juni und endet im laufe des Augusts.

Die Gibb River Road ist eine rund 660 km lange Outback-Piste durch die Kimberley-Region im Nordwesten Australiens, die Derby und Kununurra miteinander verbindet. Die Strecke ist vor allem für eine abenteuerliche 4WD-Reise bekannt. Statt einer normalen asphaltierten Straße erwartet uns hier größtenteils eine unbefestigte und teilweise raue Piste mit Schlaglöchern, Wellblech bzw. sogenannten Corrugations, Flussdurchquerungen und steinigen Abschnitten. - Perfekt für unsere erste große 4WD-Reise!

Für unsere Reise hatten wir das großartige Fahrzeug von Defender Adventure, den Family+.
Der Isuzu D-Max ist ein Fünfsitzer mit einer großen Ladefläche (Tray), auf der wir jede Menge Platz und umfangreiches Camping-Equipment.

Wenn ihr noch mehr über das Fahrzeug erfahren möchtet, schaut gerne mal in unseren Fahrzeugbericht oder auf der Fahrzeugseite vorbei.

Von Thailand nach Westaustralia

Broome Airport

Hier sollte unsere Reise beginnen. Da wir zum Reisezeitraum in Thailand gewohnt haben, hatten wir im Vergleich zu Deutschland eine verhältnismäßig kurze Anreise. Einen Direktflug nach Broome gab es allerdings nicht, sodass wir die Strecke aufteilen mussten: Zunächst ging es in etwa 6,5 Stunden von Phuket nach Perth und anschließend noch einmal rund 2,5 Stunden von Perth nach Broome.

Da unser Flug kurzfristig um ganze 24 Stunden vorgezogen wurde, hatten wir sogar zwei Nächte in Perth und damit einen zusätzlichen ganzen Tag gewonnen. Wir kamen nachts an und übernachteten im The Great Southern Hotel am Rand der Innenstadt. Am nächsten Tag erkundeten wir Perth komplett zu Fuß. Unsere Route führte uns zu einigen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Am nächsten Morgen ging es dann erneut auf den Weg zum Flughafen weiter nach Broome. Nach Ankunft ging die Abwicklung am Flughafen unglaublich schnell. Vom Aussteigen aus dem Flugzeug bis vor die Flughafentür vergingen gerade einmal etwa zehn Minuten – selbst für uns ein persönlicher Rekord.
Von dort ging es mit dem Taxi weiter, da die Uber-App leider keinen Fahrer finden konnte. Für etwa 18 doller fuhren wir mit 12cabs direkt zum Depot. Broome ist nicht sehr groß, sodas wir in nicht mal 10min da waren.

Und damit waren wir endlich dort, wo unsere eigentliche Reise beginnen sollte.

Die Fahrzeugübergabe

Depot in Broome

Am Depot von Defender Adventurer angekommen, wurden wir erst einmal nett begrüßt und konnten in Ruhe unsere Sachen ablegen. Nachdem die Dokumente gecheckt waren, ging es direkt mit der ausführlichen Einweisung in unser neues Zuhause auf vier Rädern los.

Da im Depot gerade nicht viel los war, konnten wir uns alles ganz in Ruhe anschauen. Uns wurde erklärt, wie das Fahrzeug funktioniert und worauf man beim Fahren mit einem 4WD besonders achten sollte – zum Beispiel, welcher Gang sich für welchen Untergrund eignet und wie der Reifendruck an die jeweiligen Bedingungen angepasst wird.

Gemeinsam gingen wir die komplette Ausstattung durch und besprachen, was alles dabei war. Besonders wichtig war natürlich auch die Bedienung der beiden Dachzelte. Wir ließen uns genau zeigen, wie man sie auf- und wieder zusammenklappt, damit später beim ersten eigenen Aufbau alles problemlos funktioniert.

Nach etwa 15–20 Minuten waren wir bereits startklar. Wir hatten zusätzlich noch einen Grill und Starlink gebucht, die wir zunächst im Fahrzeug verstauten. Es gab im Depot noch einen Schrank wo man Sachen der anderen Mieter mitnehmen konnte. Wir nahmen noch zwei Eiswürfel Formen mit und dann war es endlich so weit: Wir konnten mit unserem neuen 4WD losfahren und die ersten Besorgungen für unsere Reise erledigen.

Unser neues Zuhause

Für unsere Reise hatten wir das großartige Fahrzeug von Defender Adventure, den Family+.
Der Isuzu D-Max ist ein Fünfsitzer mit einer großen Ladefläche (Tray), auf der wir jede Menge Platz für persönliches Gepäck, Lebensmittelvorräte und Getränke hatten. Gerade auf dieser Strecke ist viel Stauraum besonders wichtig, denn entlang der Gibb River Road gibt es kaum Möglichkeiten, einzukaufen. Lediglich die wenigen Roadhouses bieten eine kleine Auswahl an den nötigsten Dingen. Diese sind jedoch nicht besonders zahlreich, weshalb eine gute Planung und ausreichende Vorräte hier besonders wichtig sind.

Neben dem großzügigen Stauraum hatte das Fahrzeug alles, was wir für unsere Reise benötigten: einen verhältnismäßig großen Kühlschrank, umfangreiches Camping-Equipment und zusätzlich ein Solarpanel zur Unterstützung der Batterien. Außerdem waren zwei separate Dachzelte, eine 360-Grad-Markise sowie ein Duschzelt mit an Bord.

Wenn ihr noch mehr über das Fahrzeug erfahren möchtet, schaut gerne mal in unseren Fahrzeugbericht oder auf die Fahrzeugseite.

Der D-Max Family Plus

Der D-MAX Family+ von Defender Adventure an der Küste in Australien

D-MAX Family+

Defender Adventure

Der D-MAX Family+ von Defender Adventure - Ein Experte für 4WD Camper in Western Australia mit Isuzu D-MAX Fahrzeugen und maßgeschneiderten Aufbauten (Canopy).

Details

Unsere Reiseroute

Für die Gibb River Road selbst würden wir etwa 12 Tage empfehlen, wenn ihr die Basisstrecke mit den wichtigsten Highlights fahren möchtet. Wenn ihr zusätzlich die längeren Abstecher in den Norden einplant, sind eher 15 Tage sinnvoll.

Für die komplette Strecke von Broome bis Darwin würden wir hingegen etwa 19–30 Tage einplanen – je nachdem, wie viele Orte und Sehenswürdigkeiten ihr unterwegs besuchen möchtet und wie viel Zeit ihr euch für einzelne Stopps nehmen wollt. Gerade im Norden Australiens ist die Infrastruktur deutlich dünner. Dadurch lassen sich manche Ziele nicht direkt miteinander verbinden und es müssen teilweise größere Umwege gefahren werden. Etwas mehr Zeit einzuplanen lohnt sich daher, damit die Reise nicht nur aus langen Fahrtagen besteht und ihr die einzelnen Regionen auch wirklich genießen könnt.

Die nachfolgenden Routenabschnitte konzentrieren sich vorallem auf die Gibb River Road. Der Teil in Nordaustralien ist aus Gründen der Übersichtlichkeit zusammengefasst.

1. Broome - Derby
Camper222 km2 h 30 min

Broome - Derby

Willie Creek Pearl Farm: kostenfreier Campingplatz

Nach unserer Ankunft in Broome ging es zunächst an die großen Einkäufe. Da es entlang der Gibb River Road nur wenige Möglichkeiten gibt, Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen, wollten wir uns für die kommenden zwei Wochen gut eindecken. Dafür waren wir fast sechs Stunden in verschiedenen Supermärkten und Geschäften unterwegs. Neben Lebensmitteln und Getränken besorgten wir auch noch ein paar praktische Dinge für unser Camping-Setup. Für Lebensmittel hatten wir Kosten von ca. 500euro kosten. Für weitere Ausrüstung und Krimskram knapp 60euro.

Rückblickend war es dabei sehr hilfreich, dass wir unser Fahrzeug und das gesamte Camping-Equipment zunächst einen Tag in Ruhe kennenlernen konnten. So konnten wir besser einschätzen, was bereits vorhanden ist, was uns noch fehlt und was wir für unsere Reise tatsächlich brauchen oder gerne dabeihaben möchten. Gerade bei der Einweisung bekommt man zwar einen guten Überblick über das Fahrzeug, im Alltag merkt man aber oft erst, was einem persönlich noch fehlt.

Danach ging es zu unserem ersten Campingplatz, der Willie Creek Camping Area. Die kostenlose Campingfläche liegt mitten im Nirgendwo, in der Nähe einer Perlenfarm. Bereits die Anfahrt war ein erstes kleines Abenteuer: Ein Teil der Strecke führte über eine reine Sandpiste und die Landschaft unterschied sich deutlich von allem, was wir bisher gesehen hatten. Roter Sand, rote Erde und dazwischen vor allem unberührte Natur. Wir kamen passend zum Sonnenuntergang an, bauten unser Lager auf und kochten noch schnell etwas. Danach konnten wir einen beeindruckenden Sternenhimmel genießen – ein schöner erster Abend im Outback.

Am Morgen stießen wir auch auf unsere erste kleine Herausforderung mit der Stromversorgung: Unsere Batterie war am Morgen komplett leer. Der Kühlschrank war zum Glück noch einigermaßen kalt, trotzdem mussten wir uns erst einmal mit dem Solarpanel und unserem Stromverbrauch auseinandersetzen. Dabei stellten wir schnell fest, dass insbesondere Starlink ordentlich Strom benötigt. Dann ging es nochmal Richtung Broome. Am Kabbarli Lookout machten wir Frühstück und spazierten noch ein Stück am Ufer entlang. Die Landschaft mit den ungewöhnlichen Felsformationen war bereits ein echtes Highlight. Anschließend fuhren wir weiter Richtung Derby. Während der Weiterfahrt wurde die Batterie wieder vollständig geladen und wir bekamen langsam ein Gefühl dafür, wie wir mit unserer Stromversorgung umgehen müssen.
Kurz vor der Stadt machten wir noch einen Stopp am Prison Boab Tree, einem mehrere Jahrhunderte alten Boab-Baum, dessen hohler Stamm früher dazu genutzt wurde, Gefangene über Nacht einzusperren.
In Derby angekommen, holten wir uns im Visitor Centre noch eine Karte und letzte Informationen zur Gibb River Road. Danach ging es zu unserem Campingplatz für die Nacht. Der Kimberley Entrance Caravan Park (50AUD/night). Hier nutzten wir die Gelegenheit, ausgiebig zu duschen, Wäsche zu waschen und unsere Vorräte zu sortieren.

Damit waren die ersten 2,5 Tage vor allem vom Organisieren, Einkaufen und Eingewöhnen in unser Fahrzeug geprägt – gleichzeitig bekamen wir bereits einen ersten Eindruck davon, was uns auf der Gibb River Road erwarten würde.

2. Gibb Startpunkt - Windjana Gorge
Camper145 km1 h 42 min

Gibb Startpunkt - Windjana Gorge

Gibb Startpunkt von Derby aus

Am 10. September ging es für uns endlich richtig los: Nach einem letzten Einkauf und einem Tankstopp machten wir uns auf den Weg auf die Gibb River Road.
Unser erster Stopp durfte natürlich nicht fehlen: das berühmte Gibb River Road-Schild, das inzwischen mit unzähligen Stickern beklebt ist und für viele Reisende den offiziellen Start der Strecke markiert.
Danach ging es weiter zum Windjana Gorge Camp, unserem ersten Campingplatz auf der Gibb. Die Campsite liegt mitten im Nationalpark und war, wie so viele Plätze entlang der Strecke, sehr weitläufig. Obwohl einige andere Camper vor Ort waren, hatte jeder ausreichend Platz und Privatsphäre.

Für die Nationalparks in Westaustralien benötigt man ein entsprechendes Eintrittsticket. Wir entschieden uns für den 14-Tage-Pass für 50 AUD pro Fahrzeug. Die Campingplätze werden zusätzlich berechnet und kosten in der Regel etwa 20 AUD pro Person und Nacht.

Schon am ersten Abend konnten wir die Natur hier richtig genießen. Wir entdeckten kleine Kängurus und einige ziemlich außergewöhnliche Vögel und machten noch eine kleine Wanderung in Richtung der Gorge. Nach drei Tagen Vorbereitung und Organisation fühlte es sich nun endlich so an, als würde unsere eigentliche Reise beginnen.

3. Windjana Gorge - Tunnel Creek
Camper36 km35 min

Windjana Gorge - Bell Gorge

Wanderweg in der Windjana Gorge

Am nächsten Morgen starteten wir früh zu einer Wanderung durch die Windjana Gorge. Hier gibt es zwei Wanderwege: einen etwa einstündigen Rundweg in der Nähe des Campingplatzes, den wir bereits am Vorabend gelaufen waren und der sich letztendlich als deutlich kürzer herausstellte, und einen etwa 1,5-stündigen Walk entlang des Flusses hinter der imposanten Felsfront. Für diesen hatten wir uns heute entschieden.

Dafür kletterten wir zunächst durch schmale Felsspalten und erreichten schon bald den Fluss, der auf beiden Seiten von hohen, beeindruckenden Felswänden eingerahmt wird. Die Landschaft wirkte fast surreal und war wirklich beeindruckend.

Entlang des Flusses entdeckten wir auch unsere ersten Süßwasserkrokodile! Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt noch nicht über die Felswände gekommen war, konnten wir die angenehmen Temperaturen und den wohltuenden Schatten noch eine Weile genießen, bevor es zurück zum Campingplatz und erst einmal ans Frühstück ging.

Danach fuhren wir weiter zum Tunnel Creek. Durch die Höhle führt ein unterirdischer Wasserlauf, in dem ebenfalls Süßwasserkrokodile leben. Der Ort ist außerdem historisch bedeutend: Der Aboriginal-Widerstandskämpfer Jandamarra soll sich hier während seines Kampfes gegen die Polizei versteckt und das weit verzweigte Höhlensystem als Rückzugsort genutzt haben.

Die kühlen Temperaturen in der Höhle waren bei der zunehmenden Hitze draußen eine willkommene Abwechslung. Es war schon erstaunlich, wie unterschiedlich die Temperaturen zwischen der Höhle und der heißen Landschaft draußen sein konnten!

Den restlichen Tag verbrachten wir bewusst etwas ruhiger auf dem Windjana Campingplatz. Nach den ersten Tagen mit wenig Schlaf und Temperaturen von teilweise um die 40 °C tat uns ein entspannter Nachmittag richtig gut.

Unser Fazit nach den ersten beiden Tagen auf der Gibb River Road: Die Landschaft hatte uns bereits jetzt begeistert, und wir waren gespannt, was die nächsten Kilometer noch für uns bereithalten würden. Gleichzeitig mussten wir aber auch feststellen, dass es selbst in der Nebensaison Ende September noch unglaublich heiß war. Die Hitze machte sich bei jeder Wanderung bemerkbar und sorgte dafür, dass wir unsere Tage gut planen und die kühleren Morgenstunden möglichst ausnutzen mussten.

4. Windjana Gorge - Bell Gorge
Camper145 km2 h 30 min

Windjana Gorge - Bell Gorge

Bachüberfahrten

Am nächsten Morgen wurden wir erneut von der Wärme in unserem Zelt geweckt. Nach einem gemütlichen Frühstück unter unserer Markise machten wir uns erst einmal einen Plan für den Tag.

Ich wollte heute eine längere Strecke am Stück fahren, damit Moritz während der Fahrt vielleicht noch etwas Schlaf nachholen konnte. Die Gibb River Road war dabei ganz anders, als wir sie uns vorgestellt hatten. Das lag vermutlich auch daran, dass wir bereits gegen Ende der Saison unterwegs waren. Die Regenzeit beginnt hier im Oktober, und viele Campingplätze schließen bereits Ende September.

Die Straße besteht größtenteils aus Schotter, teilweise mit ziemlich heftigen Bodenwellen. Fährt man zu schnell darüber, kann es einen schon mal ordentlich aus dem Sitz heben. Dazu kommen größere Steine, denen man möglichst ausweichen sollte, und die sogenannten Corrugations – kleine, wellenförmige Rillen im Boden, die das Fahrzeug permanent durchschütteln.

Das Fahren ist dadurch durchaus anstrengend, weil man ständig konzentriert bleiben muss. Gleichzeitig macht es aber erstaunlich viel Spaß! Besonders unsere ersten Bach- und Flussdurchquerungen mit dem Fahrzeug waren ein echtes Highlight und sorgten für ordentlich Abenteuerstimmung. Von einfachen Pfützen bis hin zu Wasser, das bis zu 40 cm hoch stand, war alles dabei. Für unser Fahrzeug war das kein Problem. Trotzdem fragten wir uns schon, wie tief das Wasser hier wohl während der Hauptsaison im Juli und August steht, wenn die Regenzeit längst vorbei ist und die Flüsse noch deutlich mehr Wasser führen können.

Da ich inzwischen leider ziemlich erkältet war, entschieden wir uns, den Tag etwas ruhiger anzugehen. Unser ursprüngliches Ziel, die Bell Gorge, hätte noch eine längere Wanderung bedeutet. Deshalb beschlossen wir, diese auf einen anderen Tag zu verschieben, und fuhren stattdessen zum nächsten Campingplatz: Silent Grove.

Auch dieser Campingplatz liegt in einem Nationalpark (Dulundi Campsite) und kostete uns wieder 20 AUD pro Person. Unter den vielen schattenspendenden Bäumen suchten wir uns einen schönen Platz für unser Camp. Den restlichen Abend ließen wir ganz entspannt ausklingen – mit unserem Grill und unserem kleinen Heimkino. Nach den holprigen Kilometern auf der Gibb River Road war das genau das Richtige!

5. Bell Gorge - Mt. Barnett Roadhouse
Camper146 km2 h 30 min

Bell Gorge - Mt. Barnett Roadhouse

Bell Gorge

Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg zur Bell Gorge. Von unserem Campingplatz waren es zum Glück nur etwa 15–20 Minuten mit dem Camper bis zum Ausgangspunkt der Wanderung. Von dort führte uns ein rund halbstündiger Fußweg durch die beeindruckende Landschaft bis zum Plateau.

Die Bell Gorge war wirklich wunderschön! Einige Reisegruppen hatten es sich bereits in den natürlichen Pools gemütlich gemacht. Um tatsächlich bis zum Wasserfall hinunterzugelangen, mussten wir die Schlucht noch etwa zehn Minuten umrunden und einige etwas abenteuerliche Abstiege bewältigen.

Als wir unten ankamen, verabschiedete sich gerade die erste größere Reisegruppe. Dadurch hatten wir erstaunlich viel Ruhe und teilten uns diesen traumhaften Ort nur noch mit einer Familie und zwei Pärchen. Wir blieben schließlich über drei Stunden, entspannten am Wasser und schwammen immer wieder bis zum Wasserfall. Bei den Temperaturen war das natürlich eine willkommene Abkühlung!

Nach unserem Aufenthalt an der Bell Gorge entschieden wir uns spontan, nicht zum Campingplatz zurückzufahren, sondern direkt unseren nächsten Stopp anzusteuern. Unser Ziel war das Mount Barnett Roadhouse in der Nähe der Manning Gorge, etwa drei Stunden Fahrt entfernt.

Das Roadhouse ist ein wichtiger Zwischenstopp entlang der Gibb River Road. Hier bekommt man neben Diesel und Gas auch einige Lebensmittel und die wichtigsten Dinge für unterwegs. Gerade auf einer so abgelegenen Strecke ist es gut zu wissen, dass es solche Versorgungsmöglichkeiten gibt.

Auf dem Weg dorthin warteten noch einige weitere Bachüberquerungen auf uns. Gleichzeitig bekamen wir langsam ein Gefühl dafür, wie trocken die Gibb River Road zu dieser Jahreszeit tatsächlich war. Sobald ein Fahrzeug vor uns fuhr, wurde teilweise so viel Staub aufgewirbelt, dass wir für einige Momente kaum noch etwas sehen konnten. Steinschläge gab es dann gratis dazu!

Trotz der herausfordernden Fahrbedingungen waren wir uns einig: Genau für solche Erlebnisse waren wir auf die Gibb gekommen.

Nach den vielen Kilometern auf der einsamen Strecke durchs Outback fühlte sich die Ankunft am Mount Barnett Roadhouse fast an, als würden wir einen kleinen Außenposten mitten im Nirgendwo erreichen. Da zu dieser Jahreszeit nur noch wenige Reisende unterwegs waren, hatte der Ort beinahe etwas Endzeitmäßiges. Alles wirkte ein wenig verlassen, und gerade das machte den besonderen Charme dieses abgelegenen Platzes aus.

Wir entschieden uns, hier zwei Nächte zu bleiben – am Ende wurden es sogar drei! Für die erste Nacht zahlten wir 25 AUD pro Person, jede weitere Nacht kostete 20 AUD pro Person. Besonders praktisch: Der Eintritt zur Manning Gorge war bereits im Campingpreis enthalten. So konnten wir von hier aus ganz entspannt unser nächstes Abenteuer planen.

6. Mt. Barnett Roadhouse - Galvins Gorge
Camper14 km16 min

Mt. Barnett Roadhouse - Galvins Gorge

Galvans Gorge

Die erste Nacht auf diesem schönen Campingplatz wurde etwas kürzer als geplant. Wenn man mitten in der Natur unterwegs ist, fernab von größeren Siedlungen und der Zivilisation, bekommt die Tierwelt natürlich mehr Raum. Und das bedeutet auch, dass die Vögel nicht unbedingt Rücksicht auf unsere Schlafenszeiten nehmen. 😅

Schon vor Sonnenaufgang begannen die ersten mit ihren Liedern, während sich andere auch nach Sonnenaufgang noch lautstark zu unterhalten schienen. So viele Vögel und vor allem diese Lautstärke hatten wir bisher noch nicht erlebt. Ein kleines Naturspektakel – auch wenn wir gerne noch ein paar Stunden länger geschlafen hätten!

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den kurzen Weg zur Galvins Gorge. Nach etwa 15 Minuten Wanderung erreichten wir einen wunderschönen natürlichen Pool mit einem kleinen Wasserfall. Aufgrund der Trockenzeit führte dieser aktuell nur wenig Wasser. Während der Regenzeit sieht das Ganze vermutlich noch einmal ganz anders aus, wenn deutlich mehr Wasser durch die Gorge strömt.

Wir verbrachten mehrere Stunden an diesem traumhaften Ort, badeten im Pool und hatten besonders mit dem Seil jede Menge Spaß, das an einem Baum befestigt war und von dem aus man ins Wasser springen konnte.

Das Tolle an der Nebensaison war, dass wir die meiste Zeit ganz für uns allein waren. Einen solchen Ort ohne viele andere Besucher genießen zu können, macht das Erlebnis natürlich noch einmal besonderer. Mitten in dieser beeindruckenden Landschaft, umgeben von Felsen und Natur, fühlte sich der Moment fast ein bisschen magisch an.

Außerdem entdeckten wir hier endlich eine Wandjina-Felszeichnung! Nach diesen besonderen Darstellungen hatten wir bereits an mehreren Stellen Ausschau gehalten. Die Wandjina sind bedeutende spirituelle Wesen in den Traditionen verschiedener Aboriginal-Gemeinschaften der Kimberley-Region. Ihre Darstellungen sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes dieser Gegend und verleihen der ohnehin beeindruckenden Landschaft noch einmal eine ganz andere Bedeutung.

Nach ein paar schönen Stunden machten wir uns schließlich auf den Rückweg und ließen den restlichen Tag ganz entspannt in unserem Camp ausklingen. Ein weiterer Tag auf der Gibb River Road, der uns wieder gezeigt hat, wie besonders diese abgelegene Region ist – und dass es sich manchmal lohnt, einfach ein bisschen länger an einem Ort zu bleiben.

7. Mt. Barnett Roadhouse - Manning Gorge
Zu Fuß7 km1 h 30 min

Mt. Barnett Roadhouse - Manning Gorge

Manning Gorge Wanderung

Am nächsten Morgen wollten zum Sonnenaufgaben zur Manning Gorge aufbrechen und hatten deshalb bereits am Vorabend alles vorbereitet. Schon zu Beginn der Wanderung wartete die erste kleine Herausforderung auf uns: eine Bachüberquerung. Aber keine knietiefe sonder eine zum schwimmen. Glücklicherweise standen am Ufer halbe Regentonnen bereit, mit denen wir unser Gepäck trocken auf die andere Seite transportieren konnten.
Danach lagen rund 2,5 Kilometer Wanderung bei über 35 °C vor uns. Einen klassischen Wanderweg gab es dabei allerdings kaum. Stattdessen ging es über Felsen, hinauf und hinunter, zwischendurch etwas klettern und immer wieder über kleinere, knöcheltiefe Bachläufe.
Nach einiger Zeit erreichten wir schließlich die Manning Gorge – und die Wanderung hatte sich definitiv gelohnt. Vor uns lag ein großes, klares Wasserloch mit einem schönen Wasserfall und erstaunlich wenigen anderen Besuchern. Einige Gruppen sprangen von den Felsen ins Wasser, und auch ich habe mich schließlich an einen kleineren Sprung gewagt. Für mich war das schon Abenteuer genug.
Wir verbrachten mehrere Stunden an der Gorge, schwammen, entspannten und genossen einfach die Ruhe. Auf dem Rückweg merkten wir dann doch, dass die Kombination aus Hitze und Wanderung einiges an Energie gekostet hatte.
Zurück am Campingplatz gab es deshalb erst einmal eine ausgiebige Dusche und etwas zu essen. Danach ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen – natürlich wieder mit ein paar Folgen Lost in unserem kleinen Outdoor-Heimkino.

8. Mt. Barnett Roadhouse - Russ Creek

Mt. Barnett Roadhouse - Russ Creek

Am letzten Abend erlebten wir noch eine ziemlich lustige Begegnung. Die Roadhouses entlang der Gibb River Road liegen häufig auf riesigen Rinderfarmen, weshalb Rinder hier alles andere als selten sind. Mitten in der Nacht plötzlich einem ausgewachsenen Bullen über den Weg zu laufen, war dann aber doch ziemlich überraschend. Er machte ordentlich Lärm und tauchte immer wieder aus den dunklen Büschen auf. Mitten in der Dunkelheit möchte man einem ausgewachsenen Rind auf dem Campingplatz dann doch nicht unbedingt begegnen! Trotzdem war es irgendwie eine ziemlich witzige Outback-Erfahrung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Am nächsten Tag hatten wir einige Kilometer vor uns, und ich war tatsächlich ganz froh, wieder ein bisschen im kühlen Auto fahren zu können. Unser nächster Zwischenstopp sollte ein kostenloser Campingplatz werden. Zwischen dem Mount Barnett Roadhouse und El Questro gibt es direkt an der Hauptroute nur noch wenige größere Highlights. Für abgelegenere Ziele wie das Mitchell Plateau muss man teilweise einen zusätzlichen Umweg von drei bis vier Stunden einplanen. Da wir am Ende unserer Reise durch Nordaustralien noch weitere Orte erkunden wollten, entschieden wir uns diesmal dafür, auf der Hauptroute zu bleiben.

Unser Stellplatz für diesen Tag war der Russ Creek – und was für ein schöner Ort das war! Wir fuhren bis in die Nähe des Flusses und hatten den gesamten Platz bis zum nächsten Tag für uns allein. Bis auf ein paar ziemlich nervige Bremsen war es einfach perfekt.

Es tat richtig gut, einmal einen Ort ganz für uns zu haben und einen ganzen Nachmittag lang nichts vorhaben zu müssen. Wir kochten, saßen gemütlich herum und genossen einfach die Ruhe und die wunderschöne Umgebung. Kein Verkehr, keine anderen Camper und kein Zeitplan – genau das, was wir nach den letzten Tagen gut gebrauchen konnten. Auch die Nacht war zum ersten Mal seit Langem wieder richtig erholsam, denn es kühlte deutlich ab. Nach den Nächten mit teilweise um die 28 °C war das eine wirklich willkommene Abwechslung. Endlich konnten wir wieder schlafen, ohne von der Hitze ständig aufgeweckt zu werden!

Am nächsten Morgen fuhren wir noch ein kleines Stück weiter bis direkt ans Flussufer, um dort zu frühstücken. Der Platz war so schön, dass wir beinahe noch einen weiteren Tag geblieben wären. Letztendlich entschieden wir uns aber doch, weiterzufahren, damit wir genügend Zeit für all unsere geplanten Highlights hatten.

Dieser kleine, unscheinbare Campingplatz am Fluss wird uns aber definitiv als einer der schönsten Zwischenstopps auf der Gibb River Road in Erinnerung bleiben. Manchmal sind es eben nicht die berühmten Sehenswürdigkeiten, sondern genau solche ungeplanten Momente, die eine Reise besonders machen.

9. Russ Creek - Pentecost River

Russ Creek - Pentecost River

Heute stand wieder eine etwas längere Fahrt auf dem Plan. Etwa dreieinhalb Stunden sollten es bis zu unserem Ziel El Questro werden. Kurz davor wartete allerdings noch ein ganz besonderes Highlight auf uns: das berühmte Pentecost River Crossing!

Etwa 20 Kilometer vor El Questro führt die Gibb River Road direkt durch den Pentecost River. Wie abenteuerlich die Durchquerung ist, hängt stark davon ab, wie viel Wasser der Fluss gerade führt. Während er in der Trockenzeit teilweise nur wenig Wasser zwischen zahlreichen Steinen hat, kann er nach der Regenzeit deutlich voller sein und eine kräftige Strömung entwickeln. Dann wird die Durchquerung schnell zu einer ernsthaften Herausforderung. Je nach Wasserstand und Fahrzeug kann hier im schlimmsten Fall sogar die Weiterfahrt enden, denn der Fluss lässt sich an dieser Stelle nicht einfach umfahren. Umso wichtiger ist es, die Bedingungen vor Ort richtig einzuschätzen.

Und tatsächlich fahren hier nicht nur normale Autos durch! Auch die riesigen Road Trains, die mit ihren langen Anhängern Waren durch das australische Outback transportieren, nutzen die Gibb River Road und müssen an dieser Stelle mitten durch den Fluss.

Wir hatten zum Glück ziemlich perfekte Bedingungen. Der Fluss führte ordentlich Wasser, sodass wir die Strömung beim Durchfahren deutlich spüren konnten und sich das Ganze tatsächlich nach einem einmaligen Abenteuer anfühlte. Gleichzeitig war der Wasserstand noch niedrig genug, dass unser Auspuff nicht gleich unter Wasser stand. Für uns war es also genau die richtige Mischung aus Nervenkitzel und machbarer Herausforderung!

Wir freuten uns riesig, mit dem Pentecost River Crossing nun eines der letzten großen Highlights unserer Fahrt über die Gibb River Road erreicht zu haben. Was für ein Erlebnis! Nach all den holprigen Straßen, staubigen Kilometern und kleinen Flussdurchquerungen fühlte sich dieser Moment wie ein würdiger Abschluss unserer Tour an.

Anschließend lagen nur noch etwa 30 Minuten Fahrt vor uns, bis wir El Questro erreichten. Direkt am Pentecost River gibt es übrigens auch kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten. Da wir unseren Campingplatz in El Questro allerdings bereits im Voraus gebucht hatten, fuhren wir jedoch weiter. Dort wollten wir uns erst einmal einrichten und die kommenden Tage in dieser besonderen Region genießen.

10. Pentecost River - El Questro

Pentecost River - El Questro

Unser nächster Stopp war El Questro. El Questro ist eine riesige Outback-Region mit einer bekannten Wilderness-Lodge und mehreren Campingmöglichkeiten. Es liegt am östlichen Ende der Gibb River Road, ungefähr 100 km westlich von Kununurra, und ist einer der beliebtesten Stopps auf einer 4WD-Reise durch das australische Outback.

Das Gelände ist wirklich riesig und bietet unglaublich viele verschiedene Wanderwege – von kurzen Spaziergängen von etwa einer Stunde bis hin zu Wanderungen, für die man gut fünf Stunden einplanen kann.

Wir hatten hier drei Nächte eingeplant und uns für eine private, unpowered Campsite entschieden. Diese hatte uns 273 AUD gekostet, inklusive Eintritt zu den Gorges und Wanderwegen. Die Campingplätze von „The Station“ auf dem großen Stellplatz kosten je nach Fahrzeug und Stellplatz unterschiedlich viel. Die einfachen unpowered Sites hätten für drei Nächte zwischen 249 und 318 AUD gekostet, ebenfalls inklusive der Eintritte.

Gerade bei mehreren Nächten kann sich die private Campsite lohnen, da der Gesamtpreis mit zunehmender Aufenthaltsdauer etwas günstiger wird. Unser Stellplatz lag ziemlich abseits der größeren Toiletten und Waschhäuser, aber es gab auch Toiletten in der Nähe. Dafür hatten wir unsere eigene kleine Zufahrt und standen ganz für uns allein, direkt am Fluss. Nach den letzten Tagen auf der Gibb River Road war es richtig schön, mal wieder etwas mehr Platz und Privatsphäre zu haben.

Den ersten Tag nutzten wir deshalb ganz entspannt, um anzukommen und die nächsten Tage zu planen. Wir schauten uns die verschiedenen Wanderungen und Sehenswürdigkeiten an und überlegten, was wir in der Zeit alles schaffen wollten. Danach ließen wir den Abend gemütlich auf unserem eigenen kleinen Platz am Fluss ausklingen.

11. El Questro

El Questro

Zebedee Springs – 18. September
Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg zu den Zebedee Springs. Die natürlichen Thermalquellen sind nur bis 12 Uhr für Besucher geöffnet, bevor sie am Nachmittag für private Touren genutzt werden. Deshalb wollten wir möglichst früh dort sein.
Der Weg zu den Springs war zum Glück ziemlich entspannt. Etwa 10 bis 15 Minuten ging es über kleine Brücken und durch ein richtig schönes, grünes Stück Landschaft, bis wir die Quellen erreichten. Das Wasser ist etwa 25 Grad warm und bleibt das ganze Jahr über angenehm temperiert, da es sich um natürliche Thermalquellen handelt.
Bei 38 Grad Außentemperatur war uns das allerdings fast schon ein bisschen zu warm. Wir hielten trotzdem einmal die Füße ins Wasser, schauten uns alles in Ruhe an und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.

Eigentlich wollten wir danach noch einen weiteren Wanderweg machen. Stattdessen nutzten wir den Tag für ein bisschen „Haushalt“: Wir machten das Auto sauber, füllten den Wassertank auf, gingen duschen und wuschen unsere Wäsche. Danach fuhren wir zurück zu unserer Campsite und genossen einfach mal einen ruhigeren Camper-Tag. Ein bisschen Entsapnnung war gut, denn am nächsten Morgen sollte der Wecker schon sehr früh klingeln.

Emma Gorge – 19. September
Für die Emma Gorge machten wir uns bereits um Viertel nach vier Uhr morgens abfahrbereit. Wir hatten noch etwa 25 Minuten Fahrt vor uns und wollten unbedingt möglichst früh dort sein – am besten als Erste.
Als wir am Parkplatz ankamen, sah es tatsächlich ganz danach aus: Wir waren das allererste Auto. Der Wanderweg zur Gorge ist als Level 4 eingestuft und führt hauptsächlich über Steine und große Felsbrocken am Fluss entlang. Da die Sonne gerade erst aufgegangen war, lag zwischen den Felsen noch viel Schatten und der Weg war dadurch angenehm zu laufen.
Nach etwa 40 Minuten erreichten wir die Emma Gorge. Zu unserem Glück waren wir kurz vor sieben Uhr dort und hatten die Gorge tatsächlich ganz für uns alleine.
Vor uns lag ein großer, kalter Pool, an dessen Ende ein etwa 160 Meter hoher Wasserfall in die Tiefe fällt. Das Besondere war aber die warme Quelle, die rechts aus einer Felsspalte kam. So konnte man sich im kalten Wasser des Pools abkühlen und anschließend im warmen Quellwasser wieder aufwärmen.

Wir genossen die Ruhe und die Gorge ganz für uns, bis gegen acht Uhr die ersten Touristengruppen eintrafen. Danach wurde es relativ schnell voll.
Wie bei vielen Gorges gibt es auch hier nur wenig Platz, um es sich wirklich gemütlich zu machen. Meist bleibt die Möglichkeit, ins Wasser zu gehen und anschließend auf den Felsen zu sitzen. Für einen längeren Aufenthalt ist das nicht super komfortabel. Deshalb blieben wir nur noch zwei Stunden und machten uns anschließend wieder auf den Rückweg.

12. El Questro - Gibb Endpunkt

El Questro - Gibb Endpunkt

Damit ging auch unser Aufenthalt in El Questro zu Ende und unsere Reise auf der Gibb River Road neigte sich langsam dem Ende zu. Bevor wir endgültig Richtung Kununurra aufbrachen, wollten wir aber noch einmal gemütlich frühstücken. Also fuhren wir kurzerhand etwa 15 Minuten zurück zum Pentecost River und schlugen dort unser Camp für den Morgen auf.

Tatsächlich hatten wir mit der Drohne Glück und konnten ein Krokodil entdecken! Leider war es ziemlich weit entfernt, sodass wir es nicht aus nächster Nähe sehen konnten. Trotzdem war es ein ziemlich cooler Abschluss und schön, noch einmal einen dieser besonderen Outback-Momente mitzunehmen.

Nach dem Frühstück packten wir zusammen und machten uns endgültig auf den Weg Richtung Kununurra. Nach etwa einer Stunde und 45 Minuten Fahrt kamen wir schließlich auch am offiziellen Ende der Gibb River Road vorbei. Und natürlich durfte ein letzter Fotostopp am legendären Gibb-Schild nicht fehlen.

Damit war es offiziell: Wir hatten die Gibb River Road geschafft! Hinter uns lagen staubige Pisten, Flussdurchquerungen, beeindruckende Schluchten, abgelegene Campsites und jede Menge Abenteuer. Es war definitiv keine Reise, die immer bequem oder einfach war – aber genau das machte sie so besonders. Die Gibb hatte einige Herrausforderungen hat uns dafür aber auch mit unvergesslichen Landschaften und Erlebnissen belohnt.

Ein Abenteuer, das uns garantiert noch lange in Erinnerung bleiben wird!

13. Gibb Endpunkt - Kununurra

Gibb Endpunkt - Kununurra

14. Kununurra - Purnululu Nationalpark - Edith Falls

Kununurra - Purnululu Nationalpark - Edith Falls

Von Kununurra aus machten wir einen Abstecher zum Purnululu Nationalpark – ein Umweg von insgesamt etwa 750 km für Hin- und Rückfahrt. Nach einer Nacht auf einem kostenlosen Stellplatz ging es zu den berühmten Bungle Bungles. Die Anfahrt war mit Corrugations, Schlaglöchern und Bachüberquerungen ziemlich anstrengend, aber die beeindruckenden, gestreiften Felsformationen waren die Mühe definitiv wert. Wir erkundeten den Park bei extremer Hitze auf zwei kürzeren Wanderungen, bevor wir uns entschieden, noch am selben Tag zurück zum Highway zu fahren.

Am nächsten Tag ging es zurück nach Kununurra, wo wir uns im neu eröffneten Schwimmbad abkühlen konnten. Am Abend machten wir noch einen kurzen Abstecher zu den Mini Bungle Bungles, einem Wanderweg am Stadtrand. Anschließend fuhren wir weiter ins Northern Territory und verbrachten die Nacht auf einem kostenlosen Stellplatz. Bevor wir Richtung Katherine weiter fuhren. Dort legten wir eine Pause ein, um Wäsche zu waschen und die schönen Katherine Hot Springs zu genießen – eine willkommene Abwechslung nach den vielen Stunden im Auto.

Unser nächster Stopp waren die Edith Falls im Nitmiluk National Park. Der Campingplatz liegt direkt an einem riesigen natürlichen Badebecken und war perfekt, um nach den langen Fahrten endlich wieder ausgiebig im Wasser zu entspannen. Für den Campingplatz zahlten wir 20 AUD pro Person.

Gut zu wissen: Im Northern Territory benötigt ihr einen neuen Nationalpark-Pass, der pro Person berechnet wird. In Western Australia gilt der Pass hingegen für das gesamte Fahrzeug.

15. Edith Falls - Kakadu National Park - Darwin

Edith Falls - Kakadu National Park - Darwin

Da uns die Region rund um die Edith Falls so gut gefiel, planten wir hier zwei Nächte ein, um einen ganzen Tag am Wasser zu verbringen. Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg zu den Upper Pools. Die Edith Falls bestehen aus mehreren natürlichen Wasserbecken, die über Wasserfälle miteinander verbunden sind. Wir starteten wieder zum Sonnenaufgang, um möglichst früh dort zu sein. Die Wanderung dauerte mit kleinen Fotostopps etwa 1,5 Stunden hin und zurück. Den restlichen Tag verbrachten wir im Wasser – es war wirklich traumhaft! Hier entdeckten wir auch unsere ersten Schlangen, was das Ganze gleich noch ein bisschen abenteuerlicher machte.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Norden in den Kakadu National Park. Der Park ist ungefähr halb so groß wie die gesamte Schweiz – einfach verrückt! Wir legten mehrere Stopps ein, um die Landschaft zu erkunden und Krokodile zu beobachten. Außerdem besuchten wir den Yellow Water Boardwalk und machten Wanderungen zu den beeindruckenden Aboriginal-Felsmalereien. Sich vorzustellen, dass einige dieser Zeichnungen Tausende Jahre alt sind, ist wirklich faszinierend. Wir verbrachten eine Nacht für 20$/person auf dem Merl Campingplatz, um am nächsten Morgen früh zum Cahills Crossing aufzubrechen. Hier überqueren Fahrzeuge den East Alligator River, in dem sich bei Flut zahlreiche Salzwasserkrokodile versammeln. Sie warten darauf, dass Fische mit der Strömung durch die Flussenge getrieben werden – ein beeindruckendes Naturschauspiel, das man sich bei einem Besuch im Kakadu National Park nicht entgehen lassen sollte!

Anschließend besuchten wir noch einen weiteren Ort mit Aboriginal-Felsmalereien, bevor wir uns auf die knapp dreistündige Fahrt Richtung Darwin machten.

Nach längerem Überlegen entschieden wir uns, nicht direkt nach Darwin zu fahren, sondern noch einen kleinen Umweg zum Gun Point Beach zu machen. Dort darf man mit einem geeigneten 4WD-Fahrzeug kostenlos direkt am Strand campen – und wir wurden wieder einmal nicht enttäuscht! Ein endlos wirkender, weißer Sandstrand mit kleinen Buchten, in denen man sein Fahrzeug abstellen kann. Einer der schönsten Stellplätze, die wir je hatten! Vom Dachzelt aus aufs Meer zu schauen und mit Meeresrauschen einzuschlafen, ist einfach etwas ganz Besonderes. Wir verbrachten den Abend mit einem Lagerfeuer unter dem Vollmond und ließen die letzten Stunden dieser außergewöhnlichen Reise auf uns wirken.

Am nächsten Morgen weckten uns die ersten Sonnenstrahlen. Wir frühstückten noch gemütlich mit Blick aufs Meer, bevor es endgültig weiter nach Darwin ging. Dort hieß es dann Endspurt: Fahrzeug putzen, Sachen zusammenpacken, tanken und den Check-in für den Rückflug erledigen. Da unser Flug bereits früh am nächsten Morgen ging, verbrachten wir die letzte Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe des Depots.

Ein letzter Abend im Dachzelt, bevor dieses unglaubliche Abenteuer zu Ende ging.

Fazit zur Gibb River Road

Nach anfänglicher Aufregung darüber, wie die Strecke von Broome nach Darwin und insbesondere die Gibb River Road werden würde, waren wir am Ende restlos begeistert. Es war unsere erste 4WD-Reise und gleichzeitig unsere erste Reise durch eine so abgelegene Region. Doch auch dort, wo die Zivilisation weit entfernt scheint, ist man nicht allein. Stattdessen entsteht ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl.

Die 4WD-Fahrer grüßen sich beim Vorbeifahren freundlich, wodurch von Anfang an eine angenehme Stimmung entsteht. Bei kurzen Stopps am Straßenrand sind vorbeifahrende Fahrzeuge immer wieder stehen geblieben, sodass sich spontan nette Gespräche ergeben haben. Hier schaut niemand einfach weg. Es fühlt sich vielmehr wie eine eingeschworene Gemeinschaft an, in der alle ein ähnliches Ziel verfolgen: raus aus dem Massentourismus, hinein in die Natur und das raue, ursprüngliche Outback Australiens.

Verpflegung und Wasservorräte

Auch mit unseren Einkäufen und Getränkevorräten sind wir super zurechtgekommen. Anfangs hatte uns die Frage, wie viel Essen und Trinken wir für eine Strecke ohne die Möglichkeit, schnell noch einen Sixpack Wasser zu kaufen, einpacken sollten, einiges an Planungsstress bereitet.

Wir haben im Supermarkt Frischwasserkanister mit jeweils 10 Litern gekauft und kamen damit grob auf einen Kanister pro Tag für zwei Personen. Zusätzlich hatten wir einige Softdrinks und einzelne Flaschen mit Sprudelwasser dabei. Ein echter Gamechanger waren für uns Sirupflaschen: Sie sparen Platz und sorgen für etwas Abwechslung bei den Getränken.

Den Frischwassertank des Fahrzeugs konnten wir auf den Campingplätzen und in den Nationalparks in der Regel problemlos auffüllen. Unser Tipp: Nutzt jede Gelegenheit zum Nachfüllen, bevor ihr einen Campingplatz verlasst. So habt ihr ausreichend Wasser zum Spülen und Duschen an Bord und müsst euch unterwegs weniger Gedanken um euren Vorrat machen.

Tanken und Gasversorgung

Auch das Tanken und Auffüllen der Gasflaschen war deutlich unkomplizierter als gedacht. Theoretisch könnte man die Strecke mit einem Tank von 140 Litern oder mehr schaffen, sofern man keine größeren Abstecher macht und sehr sparsam fährt. Das wäre allerdings wirklich knapp kalkuliert.

Wir haben den Mitchell Plateau ausgelassen und sind mit kleineren Umwegen am Ende trotzdem auf insgesamt etwa 1.100 Kilometer zwischen Derby und Kununurra gekommen. Unser Verbrauch lag bei ungefähr 16–17 Litern pro 100 Kilometer – ein Tank hätte dafür also definitiv nicht gereicht.

Sicherheitshalber haben wir deshalb zweimal auf der Gibb River Road getankt: einmal in Mount Barnett und einmal in El Questro. Dort war der Diesel tatsächlich gar nicht so viel teurer als in Derby. Auch unsere Gasflaschen konnten wir an den Stationen auffüllen lassen. Da wir zusätzlich einen Grill gebucht hatten, war unser Gasverbrauch allerdings etwas höher als erwartet.

Schlafen im Dachzelt und das Wetter

Definitiv unterschätzt haben wir die Hitze. Wir hatten die Monate zuvor in Thailand verbracht und waren deshalb durchaus an warme Tage gewöhnt. Doch ein heißer Abend im Dachzelt fühlt sich noch einmal ganz anders an als ein kühles Hotelzimmer mit Klimaanlage in Thailand.

Tagsüber hatten wir zeitweise Temperaturen um die 40 Grad, und auch nachts kühlte es häufig nur wenig ab. Entsprechend kurz und unruhig waren manche Nächte. Wie unser Vermieter uns bereits vorab erklärt hatte, ist zu dieser Jahreszeit ein gutes "Heat Management" besonders wichtig.

Wir haben uns deshalb abends kalte bzw gefrorene Wasserflaschen mit ins Dachzelt genommen und zusätzlich einen kleinen mobilen Ventilator genutzt, um die Nächte einigermaßen angenehm zu überstehen.

Doch wie so oft gibt es zwei Seiten und das Reisen am Rand der Saison hatte auch seine Vorteile: Auf den Campingplätzen und in den Nationalparks konnten wir uns unsere Stellplätze immer frei aussuchen. Die Gorges und anderen Sehenswürdigkeiten waren häufig fast menschenleer. Hin und wieder hatten wir sogar eine ganze Gorge für uns allein – ein wirklich magisches Erlebnis!

Das Dachzelt selbst war ansonsten wirklich eine tolle Sache. Die Matratze war bequem und der Aufbau, insbesondere bei unserem Pop-up-Dachzelt, super unkompliziert. Mitten in der Natur, umgeben von Bäumen, aufzuwachen und dabei den Sonnenaufgang zu erleben, ist einfach einmalig und hat die Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Bachüberquerungen und Fahrbedingungen

Die Bachüberquerungen waren mit unserem Fahrzeug absolut machbar, auch wenn einige davon tatsächlich ziemlich tief waren. Trotzdem sollte man die Bedingungen nicht unterschätzen. Nach der Regensaison können die Wasserstände deutlich höher sein und manche Furten für bestimmte Fahrzeuge zu einer echten Herausforderung werden.

Informiert euch deshalb vorab über die aktuellen Straßen- und Wasserbedingungen und prüft vor jeder Durchquerung sorgfältig, ob sie mit eurem Fahrzeug sicher machbar ist.

Ansonsten hat unser Fahrzeug unser 4WD-Abenteuer gut überstanden. Lediglich zwei kleine Steinschläge in der Windschutzscheibe sind unterwegs entstanden, die sich trotz vorsichtiger Fahrweise kaum vermeiden ließen. Hier lohnt es sich daher wirklich, auf den höchsten Versicherungsschutz zu setzen. Um Reifenpannen möglichst vorzubeugen, hilft es enorm, den Reifendruck im Blick zu behalten. Je nach Untergrund sollte dieser angepasst werden, um die Reifen zu schonen und das Risiko von Schäden zu reduzieren. Wir haben es ohne Platten ans Ziel geschafft!

Würden wir die Reise wiederholen?

Alles in allem war es eine absolut fantastische Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir sind gerne für uns unterwegs, weshalb das Reisen am Rand der Saison für uns auch einen großen Vorteil hatte: weniger Menschen, mehr Ruhe und unvergessliche Momente mitten in der Natur.
Wenn wir die Strecke noch einmal fahren würden, würden wir allerdings eher im August starten. So könnten wir etwas mildere Temperaturen mitnehmen und hätten wahrscheinlich mehr Energie und Zeit für die ein oder andere Wanderung. Denn bei der Hitze haben wir einige davon lieber ausgelassen.

Unser Fazit: Die Gibb River Road ist ein echtes Abenteuer, das uns mit seiner rauen Landschaft, der besonderen Gemeinschaft unterwegs und den einsamen Naturwundern vollkommen begeistert hat. Mit guter Vorbereitung und ausreichend Wasser ist diese Reise ein Erlebnis, das wir jedem ans Herz legen können, der Australien abseits der bekannten Touristenrouten entdecken möchte.

Plane auch DU dein nächstes Abenteuer!

Pentacoast River Crossing

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