Worauf ihr bei einer Camperreise durch Tschechien und die Slowakei achten solltet


3 Bilder: Mit dem Wohnmobil die Schönheit und Trationen Tschechiens und der Slowakei entdecken


Mitten in Europa und etwas versteckt liegen die beiden Nachbarländer Tschechien und die Slowakei . Für einen Großteil der modernen Zeit bildeten die beiden einen einzigen großen Staat – die Tschechoslowakei. Am 31. Dezember 1992 wurde dieser Staat final aufgelöst und in die Tschechische und Slowakische Republik aufgeteilt. Die Länder grenzen direkt an Deutschland und Östterreich. Wie wäre es also mit einer Wohnmobil-Reise durch die versteckten Ecken Europas nach einer Annahme in München oder Wien? Die CamperOase gibt euch für Tschechien und die Slowakei hier wertvolle Tipps.
Hauptstadt Prag/Bratislava

Bevölkerungsanzahl 10,6 Millionen/5,4 Millionen

Landesfläche 78.866km2/49.034km2

Bevölkerungsdichte 134/111 Einwohner / km2

Landessprache Tschechisch/Slovakisch

Währung Tschechische Krone (CZK)/Euro (EUR)

Beste Reisezeit April/September

Jahresdurchschnittstemperatur 9,3 Grad C

Waldfläche 34 %/41 %

Wasserfläche 0,02 %

Küstenkilometer 0 km

Karte Tschechien
1 Bild: Die Natur Tschechiens könnt ihr auf tollen Wanderungen entdecken.


Die Region der ehemaligen Tscheoslowakei ist dicht bewaldet. Zusätzlich ist sowohl Tschechien als auch die Slowakei von einigen Gebirgsketten durchzogen. Zwei Drittel der Slowakei haben den Charakter eines Gebirgslandes. In den Westkarpaten liegt der mit 2655 m höchste Berg des Landes – die Gerlsdorfer Spitze. Im Winter bietet die Slowakei somit sogar gute Skibedingungen. Auch Tschechien hat mit dem Riesen- sowie dem Erzgebirge mehrere Regionen zu bieten, welche sich perfekt zum Wandern und Mountainbike-Fahren eignen. Halten und euch stärken könnt ihr euch unterwegs in vielen kleinen Dörfchen, vielleicht bei einem lokalem Bier.
1 Bild: Die Pressburger Burg ist das Wahrzeichen der slowakischen Hauptstadt Bratislava.


Seid ihr auf Kneipen und Nachtleben aus, dürft ihr euch Prag nicht entgehen lassen. Die Stadt gilt als eine der schönsten Städte Europas. Einst die Hauptstadt von Böhmen sowie kaiserliche Residenzstadt im Heiligen Römischen Reich hat sich Prag seit der Regentschaft Karls IV. im 14. Jahrhundert zu einem politisch-kulturellen Zentrum in Europa entwickelt. Etwas weniger im Fokus, aber dafür auch nicht so überlaufen, ist die Hauptstadt der Slowakei Bratislava. Diese liegt perfekt für einen Tagesausflug von Wien und bietet eine wunderschöne Altstadt.
1 Bild: Die Karlsbrücke in Prag ist gerade in der Abenddämmerung ein unbeschreiblich eindrucksvoller Ort.


Prag sollte bei jedem Aufenthalt in Tschechien besichtigt werden. Die „Goldene Stadt“ besitzt einen weltbekannten Stadtkern. Im Schatten der Prager Burg schlendert ihr hier über die Karlsbrücke. Das Nachtleben und einige der größten Clubs der Welt genießen Touristen hier aus aller Welt. Eine eindrucksvolle Erfahrung ist hier ebenfalls das alte Jüdische Ghetto sowie ein Besuch des Kafka-Museums. Aber Tschechien bietet weitere tolle Städte. Ceský Krumlov gilt als Barock-Stadt. Die Altstadt gilt als Kulturdenkmal und steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbe.

1 Bild: In Prag könnt ihr Andenken an den Schriftsteller Franz Kafka das Kafka Museum besuchen.


Seid ihr auf ein lokales Bier aus, habt ihr bestimmt schon mal von den Städten Budweis und Pilsen gehört. In Brno steht mit dem Haus Tugendhat ein Architektur-Museum, welches in jedem Fall einen Besuch wert ist. Möchtet ihr euch über die Geschichte der Slowakei informieren, tut ihr das am besten im Schloss von Bratislava. In der Slowakei könnt ihr euch neben der Hauptstadt an der Grenze zu Österreich den Pieniny National Park anschauen. Auf dem Dunajec Fluss werden geführte Floßtouren angeboten. Im Gebiet der Hohen Tatra an der Grenze zu Polen ist Lomnicky Peak, der zweithöchste Berg des Landes, mit einer tollen Wanderung zu erklimmen. Belohnt wird man mit einer spektakulären Aussicht. Die kleine Stadt Čičmany bietet einen tollen Einblick in die slawische Kultur mit authentischen kleinen Häuschen. In Kosice gibt es dagegen die größte Kirche der Slowakei zu bestaunen. Die St. Elisabeth Minister Kathedrale ist im west-gotischen Architektur-Stil erbaut und das sowohl von außen als auch von innen.

1 Bild: Sommer in Tschechien


Neben den vielen Sehenswürdigkeiten, die Prag und die weiteren kleinen Städte zu bieten haben, zieht es viele Reisende auch aufgrund der tollen Campingplätze nach Tschechien. Wild Campen ist in Tschechien grundsätzlich verboten. Das Übernachten in einem PKW auf einem Parkplatz für eine Nacht ist gesetzlich nicht genau geregelt, sollte aber höchstens für eine Nacht stattfinden. Diese Regelungen gelten in dieser Form auch für die Slowakei. Trotzdem wird von den Einheimischen mit dem Thema Wildcampen aber nicht all zu erst umgegangen, solange man niemanden stört. Die sichere Variante ist es also einen der vielen Campingplätze für die Übernachtung zu wählen. Viele dieser Plätze sind nur von Mai bis September geöffnet. Eine Auswahl sowie Vergleich einiger Campingplätze in der Slowakei findet ihr beispielsweise hier.
1 Bild: Nach Prag reist ihr am besten im Frühling oder Herbst.


Grob zusammengefasst ist das Klima in Tschechien und der Slowakei hauptsächlich kontinental geprägt. Das bedeutet, dass große Unterschiede zwischen heißen Sommern und kalten, schneereichen Wintern existieren. In Tschechien ist der Juli mit Temperaturen bis zu 25° C im Durchschnitt der wärmste Monat. In den Sommermonaten gibt es allerdings auch die meisten Niederschläge. Der Nordwesten Richtung Deutschland ist die feuchteste Region des Landes, während es abseits der Gebirge im Südosten trockener wird. Für Wandertouren und Städtetrips eignen sich die Monate im Frühling sowie im Herbst am besten. Seid ihr eher auf Badeseen und Wassersport aus, fahrt am besten in den Sommermonaten.


Die Slowakei ist klimatisch vor allem durch die vielen Gebirgsketten geprägt. Zu diesen zählen die Karpaten, die Kleine und Große Fatra, die Niedere und Hohe Tatra sowie das slowakische Erzgebirge. Der Süden des Landes reicht im Osten in die ungarische Tiefebene und im Westen in die Donautiefebene hinein. Hier herscht das wärmste Klima im Land mit wenig Niederschlägen. In dieser Region kann man dementsprechend den Großteil des Jahres über Urlaub machen. In den Sommermonaten sind Ausflüge zu den Badeseen möglich. Aber auch der Frühling sowie der Herbst können schöne Tage bieten. Sommer-Urlaub in den Bergen solltet ihr im Juli bis Anfang September planen. Skifahren könnt ihr in der Slowakei von Dezember bis April.
Tschechien und die Slowakei sind Binnenländer mitten in Europa. Dementsprechend sind sie sehr gut über das Autobahnnetz aus umliegenden Ländern wie Deutschland, Polen und Österreich erreichbar. Möchtet ihr das Land mit dem Wohnmobil oder Camper erkunden, ist beispielsweise eine Annahme in München, Wien oder Zagreb eine günstige Option. Mit dem Flugzeug gelangt man am einfachsten nach Prag. Aber auch die tschechischen Städte Brünn, Ostrava, Karlsbad und Pardubice werden international angeflogen. In der Slowakei sieht es etwas anders aus. Da Bratislava nur eine knappe Stunde entfernt von Wien liegt, fliegen nur wenige Fluggesellschaften direkt in die Slowakei. Eine Anreise über Wien ist deshalb sinnvoll. Das Zugnetz in der Slowakei ist dagegen recht gut ausgebaut und vergleichsweise günstig. Für längere Fahrten sollte man sich einen Sitzplatz reservieren.

Sowohl Tschechien als auch die Slowakei sind Mitglieder in der Europäischen Union. Das bedeutet, dass es keine sichtbaren Grenzen mehr gibt. Grenzkontrollen fallen weg. Einzige Ausnahme ist die slowakische Grenze zur Ukraine.
Tschechien und die Slowakei mit dem eigenen Fahrzeug zu erkunden, ist eine der angenehmesten Reisevarianten. In Tschechien gelten folgende Geschwindigkeitsvorschriften:
Autobahnen: 130 km/h (80 mph)
Schnellstraßen: 110 km/h (68 mph)
Landstraßen: 90 km/h (49 mph)
Innerorts: 50 km/h (30 mph)


In der Slowakei darf im Schnitt auf Autobahnen (abgekürzt mit D) und Schnellstraßen (abgekürzt mit R) lediglich 120 km/h bzw. 90 km/h gefahren werden. Wichtig ist, dass das gesamte Jahr über auch am Tag eine Lichtpflicht besteht. Hinsichtlich Alkohol gilt eine strikte 0,0 Promille-Grenze.

In Tschechien muss beim Befahren der meisten Autobahnen eine Maut gezahlt werden. Fahrzeuge unter 3,5 t benötigen eine Vignette. Diese kosten für einen Zeitraum von zehn bis dreißig Tagen zwischen 11,70€ und 16,60€. Kaufen könnt ihr sie an den meisten Tankstellen. Ab 2021 wird höchstwahrscheinlich auf eine elektronische Vignette umgestellt. Bis dahin wird die Vignette hinter die Windschutzscheibe geklebt.

1 Bild: Knödel werden in Tschechien und der Slowakei gerne zu Fleischgerichten wie Gulasch verzehrt.
Die tschechische Küche ist traditionell sehr kalorienreich, fettig und nicht unbedingt für Vegetarier geeignet. Oft wird sie auch die böhmische Küche genannt. Zu beliebten Gerichten zählen die Kartoffelsuppe, Schweinebraten mit Knödeln und Sauerkraut oder aber der Apfelstrudel. Saucen und Gewürze spielen dabei generell eine wichtige Rolle. Auffallend ist auf jeden Fall die Vielzahl an Knödeln. Zu den tschechischen Imbissspezialitäten zählen Kartoffelpuffer mit Sauerkraut, frittierte Kartoffelspiralen, gebackener Käse mit Pommes sowie Würstchen. Natürlich bekommt man in den Städten aber Burger, Döner und Pizza. Die slowakische Küche ist sehr von den Nachbarstaaten Tschechien, Ungarn und Österreich beeinflusst. Sie basiert auf Fleisch, Kartoffen, Gemüse, besonders Sauerkraut, und Milchprodukten. Sauerkraut ist hier auch als Suppe sowie in Kombination mit Nocken (ähnlich zu Spätzle) sehr beliebt. Gulasch und Wiener Schnitzel sind daneben weit verbreitete Hauptspeisen. In der Slowakei gibt es eine Reihe an bekannten Schafskäsesorten, von welchen der Brimsen der beliebteste ist.

1 Bild: Bier aus Tschechien: Budweiser oder auch Budvar
In beiden Ländern wird sehr gerne Bier getrunken. Bier heißt auf Tschechisch pivo. Das Bier aus Tschechien zählt zu den besten der Welt. Heute gibt es über 400 tschechische Biermarken. Getrunken wird es in der Regel vom Fass aus einem 0,5 l Glas. Das bekannteste Bier ist das Pilsener Urqell. Die Stadt Pilsen hatte bereits 1307 das Braurecht und gilt nun als Ahnvater aller Biere nach Pilsener Brauart, welche weltweit beliebt sind. Aus der Stadt Budweis in Südböhmen stammt das Bier „Budweiser Budvar“. Zwischen diesem sowie dem amerikanischem Unternehmen Anheuser Busch besteht seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Streit um den Namen „Budweiser“. Das tschechische Bier wird weltweit als „Budweiser“ oder „Budvar“ verkauft. In den USA und in Kanada wird das Bier als „Czechvar“ verkauft, während das Bier von Anheuser Busch als „Budweiser“ verkauft wird. In der Slowakei gibt es neben den großen Marken wie Corgoň, Smädný mních, Stein, Šariš, Topvar und Zlatý Bažant übeer 70 Kleinbrauereien. Bei alkoholfreien Getränken sind das slowakische Traub ensaftgetränk Vinea oder die tschechische Kofola (Cola) beliebt.
In Tschechien sowie der Slowakei stehen zum Einkaufen sowohl Märkte als auch Supermärkte und internationale Discounter zur Verfügung. Preise variieren, sind aber tendenziell etwas unter dem europäischen Durchschnitt. Restaurant- und Barbesuche sind deutlich günstiger als beispielsweise in Deutschland oder Frankreich. Lokales Bier bekommt man abseits der Touristen-Hochburgen in der Slowakei teilweise schon für unter einem Euro. Supermärkte haben sehr kundenfreundliche Öffnungszeiten. Größtenteils kann man Lebensmittel an sieben Tagen die Woche (auch Sonntags) bis 20 oder sogar 22 Uhr erwerben.

Tschechien hat mit der tschechische Krone (CZK) eine eigene Währung. Ein Euro entspricht dabei aktuell (15.09.2020) 26,80 tschechischen Kronen. Ein US-Dollar entspricht aktuell 22,54 tschechischen Kronen. In Euro zu zahlen ist generell keine gute Idee, da man hier einen schlechten Umrechnungskurs erhält. In Supermärkten oder Ähnlichem ist eine Zahlung in Euro aber meistens möglich. Wechselgeld erhält man in der Regel in CZK. Es ist empfehlenswert möglichst viel mit EC- oder Kreditkarte zu zahlen. Dies ist in Tschechien mittlerweile auch häufig kontaktlos die gängige Variante. Ausnahmen stellen hier Wochenmärkte dar, an welchen eher in bar gezahlt werden sollte. Euros sollten vor Reisebeginn in CZK getauscht werden. Beim Wechselgeld sollte genau auf die Geldscheine geschaut werden, da sich die Scheine relativ ähnlich sehen.

In der Slowakei ist der Euro die offizielle Währung. Für Besucher aus der EU fällt somit das Risiko Wechselkurs-Verluste zu machen weg. Auch mit Kreditkarten aus nicht-EU-Staaten kann vor Ort problemlos Geld abgehoben werden. Hierbei entstehen aber je nach Bank unterschiedlich hohe Gebühren.

Trinkgelder von bis zu 10% werden in Tschechien gern gesehen und können auch in bar bei Kartenzahlung des Rechnungsbetrages hinzugegeben werden. In der Slowakei ist in den Touristen-Hochburgen ebenfalls die 10%-Regel eine gute Orientierung. In kleineren Orten ist aber auch ein kleineres Trinkgeld in Ordnung.
Tschechien und die Slowakei gelten als sichere Reiseländer ohne weiteren Warnheinweis hinsichtlich Terrorismus. Die größte Gefahr geht von Taschendiebstählen und Autoeinbrüchen an Touristen-Hochburgen in Prag, Bratislava, der Hohen Tatra, Kurorten und weiteren Urlaubsorten aus. Es gilt Wertgegenstände sicher an eurem Körper zu tragen und besonders auf Rucksäcke auf eurem Rücken achten. Dies gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel. Im Auto sollten keine Wertgegenstände zurückgelassen werden. Zum Parken sind geschlossene Parkhäuser und überwachte Hotelparkplätze zu bevorzugen. In der Vergangenheit kamen Diebstähle an Rastplätzen und Tankstellen im Stadtgebiet Bratislava sowie an der Grenze zu Tschechien Richtung Zilina vor.

Beim Taxifahren ist hinsichtlich nicht offiziell lizensierter Taxis Vorsicht geboten. Die sichere Variante sind telefonisch bestellte Taxis. In Bars und Nachtklubs sollte darauf geachtet werden, dass keine Betäubungsmittel in Drinks gemischt sowie die korrekten Preise eingehalten werden. Weitere Vorsicht ist beim Geldwechseln auf der Straße geboten. Hier kommen Falschgeld und niedrigere Kurse vor. In einzelnen Fällen kommt es vor, dass sich Betrüger als Polizisten ausgeben, um von Touristen Bußgelder zu verlangen. Hier gilt es zu schauen, ob eine Dienstnummer an der Hemdtasche sichtbar ist. Des Weiteren gehen Bußgelder über 5000 CZK an Ort und Stelle über die Befugnis der tschechischen Polizei. Hier sollte man im Zweifel nur auf der Wache Gelder zahlen. Die tschechische Polizei kann in Notfällen über die Nummern 158 und 112 kontaktiert werden. Die Polizeistation am Jungmannovo náměstí 771/9, 11 001 Prag 1 (Nähe U-Bahnhof Můstek) ist durchgehend geöffnet und wird mit Deutsch und Englisch sprechenden Beamten besetzt.

1 Bild: Eines der typischen Tiere der tschechischen Tierwelt ist der Luchs.


Tschechien ist größtenteils von Wald bedeckt. Hier wachsen Buchen, Fichten, Eichen, Kiefern und Tannen. Nationalbaum ist aber keiner der genannten, sondern die Linde. In Nordböhmen gibt es viele unberührte Wälder, in welchen Schwarzerlen wachsen. Der Waldboden ist von Märzenbechern bedeckt. Daneben findet man Orchideen, Pilze und Moose. Typische Tiere für Tschechiens Wälder sind Fischotter, Luchse, Wildkatzen, Murmeltiere, Füchse und Hasen. Auch Wildtiere wie Rothirsche und Rehe gibt es zu sehen. Zu den verbreitetsten Vögeln zählen Wildgänse, Fasane, Eulen, Rebhühner, Enten und Störche sowie auch Bussarde und Uhus. Wer kein Freund von schlängelnden Tieren ist, sollte bei Wanderungen auf Kreuzottern, Schlingnattern und Ringelnattern sowie einige Eidechsen acht geben.

1 Bild: Ein Braunbär in der slowakischen Wildniss.


Die Tierwelt der Slowakei ist aufgrund der vielen Gebirgen etwas wilder. Hier sind auch Wölfe, Elche und Wildschweine zuhause. Im Nationalpark der Hohen Tatra treiben sich ebenfalls Adler, Falken und sogar Braunbären herum. In den Wäldern tummeln sich Füchse, Rehe und Eichhörnchen. Von insgesamt 90 Säugetier-Arten entfallen 24 auf verschiedene Fledermäuse. Bei den Bäumen sind in der Slowakei in den niedrigen Gebieten Eichen und Hainbuchen, in den höheren Gebieten Tannen und Fichten vertreten. Im Tatra-Gebirge wachsen Nelken, Enziane, Primeln sowie 37 endemische Pflanzen, welche also nur hier vorkommen.
Bei einer Reise nach Tschechien oder die Slowakei besteht keine erhöhte gesundheitliche Gefahr. Es gelten die Empfehlungen der WHO hinsichtlich der COVID-19-Pandemie. Ansonsten sind für eine Einreise nach Finnland keine Pflichtimpfungen vorgesehen. Es wird empfohlen die Standardimpfungen auf dem aktuellen Stand zu halten.

In den Sommermonaten kann es im gesamten Gebiet beider Länder zur Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zecken sowie des West-Nil-Fiebers durch Mückenstiche kommen. Gegen FSME könnt ihr euch impfen lassen. Wir empfehlen eine Beratung bei einem Experten vor Reisebeginn. Vor Ort sollten Präventionsmaßnahmen für den Schutz gegen Insektenbisse wie Sprays und lange Hosen getroffen werden.

Bitte informiert euch für aktuelle Meldungen zur Einreise auf der Website der jeweiligen Botschaft ihres Landes. Wir empfehlen den Abschluss einer Reiseversicherung. Bürger der EU haben den Anspruch auf medizinische Leistungen vor Ort, welche von der heimischen Krankenkasse übernommen werden. Bitte informiert euch bei eurer Krankenkasse und fragt nach der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC).
Im Gebiet des heutigen Tschechien sowie der heutigen Slowakei wurden einige der ältesten Hinweise auf Menschen aus der Steinzeit gefunden. Mammutjäger sollen in diesem Gebiet vor über 20.000 Jahren gelebt haben, wie die Funde am Ort Dolní Věstonice schließen lassen. Das erste größere Volk, das dieses Gebiet bewohnte, war der keltische Stamm der Boier. Nach ihnen ist das Land Böhmen benannt. Kurz nach der Geburt Christi wurden die Kelten von germanischen Stämmen verdrängt. Diese zogen aber weiter nach Westen, weshalb um 500 n.Chr. Slawen aus dem Osten die Gebiete von Böhmen und Mähren besiedelten. Die Slawen wurden dann zum Volk der Tschechen.

1 Bild: In Prag wurde zur "Goldenen Zeit" die erste Universität in Mitteleuropa erbaut.
Das Gebiet der Slowakei war circa ab dem Jahr 1000 n.Chr. ein Teil des Königreiches Ungarn. Ab dem 9. Jahrhundert traten die Tschechen erstmals als einheitliches Volk auf, als der Stamm der Premysliden gut 400 Jahre über Böhmen herschte. Seine größte Ausdehnung hatte das Königreich Böhmen von 1253-1278. Danach folgte eine lange Zeit der Fremdherschaft, als zuerst Johann von Luxemburg und später dessen Sohn der deutsche König Karl IV. den Thron bestieg. Man sprach von einer „Goldenen Zeit“ Böhmens, in welcher zum ersten Mal ein Nationalgefühl unter den Tschechen entstand. Der König von Böhmen wurde von Karl zum entscheidenden Wähler bei einer Stimmengleichheit der restlichen deutschen Fürsten ernannt. Weiterhin machte er Prag zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches. Die Stadt blühte mit dem Bau der Karlsbrücke, der Burganlage der Hradschin sowie dem Aufkommen kultureller Aspekte wie Kunst zur Metropole auf. 1348 wurde in Prag die erste Universität nördlich der Alpen gegründet. Mit der Thronübernahme durch die Habsburger im 16. Jahrhundert erlangte die Stadt erneut einen Aufschwung. Geprägt war diese Zeit allerdings von religiösen Konflikten zwischen Katholiken und Protestanten. In der Schlacht am Weißen Berg unterlagen die Protestanten. Die Religionsfreiheit wurde wieder abgeschafft, weshalb viele Menschen das Land verließen und knapp 200 Jahre eines dunklen Zeitalters ohne Nationalgefühl begannen. Die Empörung der Tschechen gipfelte in der Staatsgründung der Österreich-Ungarischen Monarchie Ende des 19. Jahrhunderts, als sie neben den Deutschen und Ungarn als drittes Volk nicht gleichberechtigt waren.
Im Ersten Weltkrieg 1916 bestand die Chance auf Unabhängigkeit, weshalb die Tschechen mit dem slowakischen Nachbarn einen Nationalrat einriefen. 1918 wurde aus beiden Staaten die Tschechoslowakei gegründet. Da immer noch viele Deutsche im westlichen Teil des Landes lebten, wurde das Sudetendeutschland nach Forderungen Hitlers 1938 an Deutschland abgegeben. Kurz darauf fielen auch die tschechischen Gebiete Böhmen und Mähren unter deutsche Kontrolle. Nach der deutschen Niederlage erlangte die Tschechoslowakei erneut seine Unabhängigkeit. Allerdings hielt diese nicht sehr lange, da die Kommunisten 1948 an die Macht kamen und das Land nach sowjetischem Vorbild gestalteten. Die politische Stimmung ab den 1950er Jahren war von Unterdrückung geprägt. Die Reformbewegungen des „Prager Frühlings“ konnten 1968 brutal von Truppen des Warschauer Paktes niedergeschlagen werden. Erst im Jahre 1989 konnten gewaltfreie Protestbewegungen der „Samtener Revolution“ das sozialistische Regime beenden. Aufkommende Interessenkonflikte führten schließlich zur Auflösung der Tschechoslowakei und der damit einhergehenden Gründung der beiden neuen Staaten Tschechien und Slowakei zum 1. Januar 1993. Beide Länder traten 2004 in die EU ein.

Die Tschechen und die Slowaken waren also für große Teile der Geschichte unter der Kontrolle anderer Länder. Dementsprechend war besonders das Loslösen von eben diesen Mächten ein wichtiger Schritt zur Entwicklung der Kultur. Für die Tschechen bedeutete dies, sich von den Deutschen zu trennen und sich wieder mit dem Slawischen zu verbinden. Die Slowaken mussten sich von Ungarn lösen. Innerhalb von Tschechien ist ebenfalls ein Unterschied zwischen den Generationen zu sehen, da viele Ältere unter der kommunistischen Herschaft aufgewachsen sind, während die jüngere Generation eher Euro/Amerikanisch orientiert ist. In der Welt der Tschechen spielen daneben Märchen und fiktionale Gestalten oder Kunstfiguren eine große Rolle wie z. B. die Romanfigur Švejk (deutsch: Schwejk), aus dem Buch „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ von Jaroslav Hašek. Die katholische Kirche gehört ebenfalls zur tschechischen Kultur, weshalb viele der typischen Feste gefeiert werden. Nationalsport ist nicht Fußball, sondern Eishockey. Die Slowakei glänzt kulturell vor allem mit Folklore. Jede einzelne Region verfügt dabei über eigene Trachten, Musik, Lieder, Architektur, Bräuche, Traditionen und Tänze.

Slowakisch und Tschechisch gehören beide zu den westslawischen Sprachen. Zu dieser Familie gehören ebenfalls Polnisch, Kaschubisch und Sorbisch. Da die Länder eine enge Vergangenheit haben, versteht der Großteil der Bevölkerung auch die jeweils andere Sprache.
Tschechien ist eine parlamentarische Republik, in welcher der Präsident das Staatsoberhaupt ist. Aktueller Präsident ist Miloš Zeman. Der Regierungschef ist der Ministerpräsident Andrej Babiš. Dazu ist das Parlament legislatives Organ. Auch die Slowakei ist heute eine parlamentarische Republik. Staatspräsidentin ist seit 2019 Zuzana Čaputová als erste Frau in diesem Amt. Mininsterpräsident ist Igor Matovič. Die beiden Staaten existieren in dieser Form seit dem 31.12.1992, als im Rahmen der Samtenen Revolution die Tschechoslowakei aufgelöst wurde. Nachdem die Kritik an der Kommunistischen Partei in Form von Aufständen und Protesten wuchs, wurde der Sozialismus für beendet erklärt. Auf dem Demokratieranking „Association for Development and Advancement of the Democracy Award” liegt Tschechien auf Platz 25, die Slovakei auf Platz 34.
1 Bild: Das Herrenhaus Schloss Halic liegt in der mittleren Slowakei in der Nähe der Stadt Lucenec und ist fast 700 Jahre alt.
Tschechen gelten als Meister der Improvisation. Witz und Erfindungsgeist spielen hierbei eine wichtige Rolle.
In Tschechien sind Hierarchiestrukturen stärker ausgeprägt.
Die Tschechische Republik als „Tschechei“ zu bezeichnen, sollte absolut tabu sein.
Um an Weihnachten frischen Fisch zu haben, wird dieser einige Tage vorher in der Badewanne des Hauses aufbewahrt.
Slowakische Hochzeiten haben traditionell einen Moderator, der sich um die Organisation des Ablaufes sowie die Unterhaltung kümmert.
Die Fujara ist eine slowakische, menschengroße Folk-Flöte, welche im Stehen gespielt wird. Sie ist so einzigartig, dass sie 2005 in die UNESCO-Liste der „Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity“ aufgenommen wurde.