Camperleben mit Kindern


Camping mit Kindern ist toll. Man ist immer sofort draußen, oft sind gleich viele Spielkameraden vor der Tür und man ist immer an den schönsten Orten und es gibt dauernd Neues zu entdecken. Leider gibt es auch ein paar Dinge, auf die man verzichten muss. Platz zum Beispiel. Wie wir uns mit drei Kindern organisiert haben, damit das Camping mit Kindern wirklich Spaß macht, erzählen wir hier.

Den Camper sinnvoll einräumen


Es beginnt wie immer am Anfang. Gleich bei der Übernahme solltet ihr schauen, was sich in den Schränken des Wohnmobils verbirgt. Wie viele Handtücher braucht ihr wirklich? Wie viel Bettzeug? Stauraum ist für ein glückliches Camping mit Kindern sehr wichtig. Niemand fühlt sich auf Dauer wohl, wenn alles irgendwo rumfliegt. Also raus mit allem, was ihr nicht braucht. Wir haben übrigens öfter die Waschmaschinen auf Campingplätzen genutzt und dann z. B. die Bettwäsche direkt aus dem Trockner wieder aufgezogen, sodass unsere Ersatzbettwäsche unangetastet sechs Wochen mit uns das Leben im Wohnmobil geteilt hat.

Staufächer unter Bänken oder Betten sind toll, aber je nach Wohnmobil nicht immer zugänglich. Windeln oder Schuhe, an die man nicht drankommt, wenn noch jemand schläft, können das Leben im Wohnmobil mit Kindern schwer machen. Beim Einräumen also unbedingt daran denken, dass Papa oder größere Geschwister vielleicht morgens mal länger schlafen wollen, während Mama und Baby schon um sechs einen Spaziergang machen dürfen. Oder die Eltern brauchen abends die warmen Jacken oder die Campingstühle, wenn die Kinder schon schlafen. Wer solche Szenarien beim Einräumen vorhersieht, braucht vielleicht etwas länger, bis jeder Schrank seine Bestimmung gefunden hat, aber wir sind der Meinung, es lohnt sich – besonders beim Camping mit Kindern.

Die Bettenverteilung


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Wir fanden es gut, ein Bett dauerhaft aufgebaut zu haben. Manche Wohnmobile haben ohnehin ein festes Bett, bei anderen kann man alles zu Sitzen oder Wohnraum umbauen. Für uns hat es sich bewährt, beim Camping mit Kindern immer ein Bett parat zu haben. Manchmal sind wir spät abends noch gefahren und haben dann die schlafenden Kinder direkt aus dem Autositz im Wohnmobil hinlegen können. Manchmal waren wir irgendwo nach einer Wanderung und hatten ein furchtbar müdes Kind, das schnell einen Mittagsschlaf brauchte. Die Verteilung der Betten war damit klar: das Bett, was stehen bleiben konnte, war für die Kinder.

Der Supermarkteinkauf


Ach, sieht das lecker aus! Und praktisch ist es doch auch, wenn man ordentlich eingekauft hat. Oder doch nicht? Wir fanden es gut, beim Camping mit Kindern nicht viel auf Vorrat zu kaufen. Eine Packung Müsli, nicht alle, die gut aussehen. Nur einmal Kekse, Cracker oder Käse. Die Schränke im Wohnmobil sind klein und lassen sich nicht gut strukturieren, weil sie kaum Einteilungen haben. Für die kurze Zeit kauft man sich auch nicht irgendwelche hübschen Dosen, um Lebensmittel zu verwahren. Also entsteht schnell Chaos, wenn man mehr hat, als man für zwei Tage wirklich braucht. Dann hat man drei offene Kekstüten, die Cracker werden labberig, weil sie lange rumstehen usw. Und: Vor dem ersten Einkaufen prüfen, wie groß der Kühlschrank im Wohnmobil wirklich ist.

In Neuseeland gibt es eine gute Erreichbarkeit von Supermärkten, die meist sogar am Wochenende und abends spät geöffnet haben. Es gibt nur selten einen Grund für Hamsterkäufe. Vielleicht, wenn man zehn Tage am Cape Reinga Camping mit Kindern plant. Ansonsten heißt unsere Devise: Wenig kaufen, alles aufessen, neu kaufen. Dann hat man auch kein schlechtes Gewissen, wenn man nach einem anstrengenden Ausflug keine Lust zu kochen hat und sich lieber bei den zahlreichen Takeaway-Shops bedienen lässt.

Spielzeug


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Spielzeug hatten wir nicht. Wir hatten ein Buch zum Vorlesen dabei und jedes Kind hat unterwegs ein Kuscheltier bekommen. Sie haben haufenweise Treibholz, Muscheln, Steine und tolle Stöcke gefunden, die wir dann teilweise heimlich verschwinden lassen haben, teilweise immer dabei hatten. Wir hatten immer viel vor, sodass nichts gefehlt hat. Ein schöner Nebeneffekt war, dass zu Hause plötzlich wahrgenommen wurde, wie viel Spielzeug eigentlich da ist. Wir würden es beim nächsten Camping mit Kindern wieder so machen und lieber zwischendurch mal einen Wunsch erfüllen, wenn die Kinder etwas ganz tolles entdecken, als schon vorher die Koffer und die Schränke im Camper voll zu haben.

Campingplatz oder Freedom Camping


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Bei der Frage, ob beim Camping mit Kindern ein richtiger Campingplatz besser ist, oder Freedom-Camping-Spots, ist unsere Antwort: es kommt drauf an! Worauf? Nun, auf die Umstände. Es gibt wirklich sehr schöne kostenlose Plätze. Der Vorteil: Oft ist man völlig ungestört, bzw. stört man selbst auch keine Nachbarn mit dem manchmal unvermeidbaren Kindergeschrei. Das entspannt ziemlich. Eine große Wiese oder ein schöner Strand vor dem Auto und sonst nichts. Vielleicht gibt es eine Toilette, ein Café oder irgendein Visitor-Information-Center. Meistens gibt es einige schöne, kurze Wanderungen, die man zwischendurch mal machen kann. Das ist richtig schön, wenn das Wetter passt, die Wäsche sauber ist, die Kinder gut gelaunt sind, Frisch- und Abwassertank in Ordnung sind und Essen für die Mahlzeiten im Schrank steht.

Manchmal ist etwas mehr Infrastruktur aber sehr hilfreich. Wir haben öfter Wäsche gewaschen und dafür gerne die Maschinen am Campingplatz genutzt. Bei kaltem oder nassem Wetter war es schön, den Kindern die Möglichkeit zu geben, einfach ausgiebig warm zu duschen. Es war dann auch schön, einen Aufenthaltsraum zu haben, um das Platzangebot zu vergrößern. Es kann einem viel Stress ersparen, wenn man anstatt mit drei quengelnden Kindern im Wohnmobil zu kochen auf die Küche und den Essraum am Campingplatz ausweichen kann. Auch morgens war es bei Regen gut, einen Raum zu haben. Unser Baby wacht immer sehr früh auf und kräht dann laut und fröhlich. Außerdem hat es Hunger. Wenn der Rest der Familie dann noch müde ist, ist schlechte Stimmung vorhersehbar. Mit einem zusätzlichen Raum wie einer Küche wird das Camping mit Kindern deutlich einfacher. Ein Teil der Familie kann in Ruhe schlafen, wer wach ist geht in die Küche und bekommt sein Frühstück.

Auch Spielplätze und andere Kinder können das Leben auf einem Campingplatz einfacher machen. Die Kinder können sich in einem gewissen Radius selbständig bewegen und finden schnell Freunde. Wer einsam in der Natur parkt, sollte ein Programm parat haben und seine Kinder immer im Blick behalten.

Für uns war ein Faktor auch die fußläufige Erreichbarkeit von Zielen. Wenn wir uns z. B eine Stadt ansehen wollten, fanden wir es schön, nicht immer mit dem Auto fahren zu müssen. Zu Fuß zum Spielplatz, dann ein kleiner Bummel durch die Läden, vielleicht noch irgendwo was essen oder trinken und dann zurück –das macht mehr Spaß, als mit dem Auto hin und her zu fahren. Außerdem kann Parken mit großen Wohnmobilen in Städten nervig und teuer sein. Wenn man wandern will, gilt das Gleiche: Es ist super, direkt am Start der Wanderung zu Übernachten. Das Erleichtert das Loskommen. Oft war es so, dass zentrales Camping in Städten nur auf Campingplätzen möglich war, während die Übernachtung vor der Wanderung oft kostenlos war.

Unser Fazit dazu:

Wenn man eine intensive Familienzeit mit Wandern, Baden, Sternegucken und draußen Essen möchte und das Wetter es zulässt, ist Freedom Camping mit Kindern in der Einsamkeit herrlich. Nirgends sonst entkommt man dem Konsum, der Reizüberflutung und dem Lärm so erfolgreich. Oft hat man nicht einmal Internet oder Telefonempfang, so dass es automatisch auch smartphonefreie Tage werden.

Wenn man etwas schwierige Witterungsbedingungen hat und das Gefühl sich aufdrängt, dass man seine Familie noch mehr lieben würde, wenn sie einen mal für zwei Stunden alleine lassen würde, ist ein Campingplatz mit etwas mehr Luxus gut. Wenn man waschen, putzen, aufräumen, reparieren oder vielleicht sogar arbeiten muss, gilt das Gleiche.

Für uns ideal beim Leben im Wohnmobil mit Kindern:

3-5 Tage Wildnis, dann 2-3 Tage Zivilisation. Warum so lange in der Zivilisation? Weil ein Tag mit aufräumen und in Ordnung bringen vergeht. Weil Kinder sich so richtig wohlfühlen, wenn sie sich ein bisschen auskennen und dann unabhängiger werden. Weil man bei nur einer Übernachtung gar keine Zeit hat, all die Dinge zu nutzen, für die man bezahlt.