Worauf ihr bei einer Camperreise durch England & Wales achten solltet


6 Bilder: England & Wales in einigen Bildern zusammengefasst
Warum nicht die Geburtsstätte von Shakespeare und den Beatles sowie das Zuhause der Queen und roten Telefonzellen mit dem Camper bereisen? Wir stellen euch hier England als eines der meist besuchten Reiseländer Europas vor. Hinzugenommen haben wir das zu Unrecht oftmals vergessene Wales , welches westlich an England grenzt.

England und Wales stellen den südlichen Teil der Insel Großbritannien dar und sind beide zusammen mit Schottland und Nordirland Teil des Vereinigten Königreiches. Dabei haben sie von unberührter Natur, Stränden, Weltmetropolen und Unmengen an Kultur eigentlich alles zu bieten, was ihr für einen unvergesslichen Urlaub braucht. Und warum dann nicht gleich mit dem Camper? England bietet viele Vermieter an verschiedenen Standorten und auf einem Roadtrip lässt sich das Land am intensivsten erkunden.
Hauptstadt London/Cardiff

Bevölkerungsanzahl 59,1 Millionen

Landesfläche 151.130 km2

Bevölkerungsdichte 429/151 Einwohner / km2

Landessprache Englisch/Walisisch

Währung Pfund Sterling (GBP)

Beste Reisezeit Mai-Juni

Jahresdurchschnittstemperatur 8,5-12 Grad C

Waldfläche 8 %

Wasserfläche 1 %

Küstenkilometer 2520km

Karte Vereinigtes Königreich
1 Bild: Die Tower Bridge über der Themse ist eines der Wahrzeichen London.


England ist weltweit vor allem für seine Geschichte, Kultur, seine Städte und seine Universitäten bekannt. Dementsprechend kommen besonders Städtetrip- und Historik-Liebhaber auf ihre Kosten. England glänzt dabei vor allem mit seiner großen Vielfalt. Vom modernen Finanzviertel in London, in welchem sich Wolkenkratzer bestaunen lassen, zum Startpunkt der Beatels in Liverpool, zum historischen Stadtkern von Oxford bis zum prähistorischen Stonehenge ist quasi jede Epoche vertreten.

Eine Reise nach England oder Wales lohnt sich bereits für ein Wochenende. Wer etwas mehr Zeit hat, kann aber auch problemlos zwei bis drei Wochen füllen und so das Land auf einem Roadtrip erkunden. Naturliebhaber kommen besonders in Englands Süden auf ihre Kosten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Mittagspause in einem Teehaus nach einem Vormittag am Strand?
1 Bild: Im Trubel der englischen Großstädte gelangt ihr am besten mit der U-Bahn von A nach B.


Möchte man einen Städtetrip machen, hat man auf den britischen Inseln so einige Metropolen zur Auswahl. An erster Stelle steht hier sicherlich London, welche mit acht Millionen Einwohnern die größte Stadt Westeuropas ist. London ist so weitläufig, dass ihr problemlos eine Woche jeden Tag etwas neues entdecken könnt. Viertel wie Camden, Soho oder Westminster bieten dabei allesamt ihren ganz eigenen Charme. Neben London können vor allem die westliche Hafenstadt Liverpool, das hippe Manchester sowie Newcastle upon Tyne nahe der schottischen Grenze begeistern. Etwas geschichtsträchtiger wird es, wenn ihr nach York oder aber in zwei der renomiertesten Universitätsstädte der Welt, Oxford und Cambridge, geht.
1 Bild: Der Süden Englands besticht mit tollen Küstenlandschaften in Regionen wie Cornwall und Kent.


Neben London als Metropolregion ist vor allem der Süden Englands als Reisedestination bekannt. Lasst euch von spektakulären Steilküsten, weißen Sandstränden und malerischen Dörfern in den Bann ziehen. Der Süden Englands ist ideal für einen Roadtrip. Startpunkt sind häufig die östlich von London gelegenen Klippen von Dover in der Region Kent. Danach geht es über Brighton, Southampton und Bath bis in die hippe Stadt Bristol, welcher mit einer breiten Techno-Szene auch viele junge Menschen anzieht. Das Highlight, wenn es um die Strände geht, ist dann für viele Besucher die Region Cornwall, welche den südwestlichen Zipfel des Landes darstellt. Naturfreunde sollten sich zudem auf keinen Fall das Lake District im Norden des Landes entgehen lassen. Hier kommen vor allem Wanderfreunde in einer etwas herberen wunderschönen Landschaft auf ihre Kosten.
1 Bild: Wandern im Lake District


Die Regelungen zum Camping in England sind etwas kompliziert, da die verschiedenen Landstücke jeweils alle einen Besitzer haben. Es gibt kein Gesetz, welches Wildcampen im ganzen Land erlaubt. Theoretisch muss man also den Landbesitzer um Erlaubnis fragen, bevor man sein Zelt aufschlägt. Das ist in der Praxis aber natürlich nicht jedes Mal möglich. Tatsächlich ist Wildcampen in England aber trotzdem sehr verbreitet und beliebt. Es wird nach dem Grundsatz „Leave no trace“ („Hinterlasse keine Spuren“) solidarisch gehandelt. Dies beinhaltet natürlich seinen Müll mitzunehmen und generell möglichst umweltschonend in kleinen Gruppen zu campen.
1 Bild: Im Dartmoor Nationalpark könnt ihr wild campen.


Explizite Ausnahme ist der Dartmoor Nationalpark. Hier ist das Wildcampen gesetztlich erlaubt. Im Exmoor und Snowdonia Nationalpark sowie im Lake District ist das Wildcampen ebenfalls geduldet. Solltet ihr von einem Landbesitzer aufgefordert werden, den aktuellen Ort zu verlassen, solltet ihr nicht lange diskutieren.

Generell gibt es viele Campingplätze aller Preisklassen, welche sich für das Zelten, aber hauptsächlich für das Reisen mit dem Wohnmobil oder Caravan eignen. Passende Campingplätze findet ihr beispielweise h hier.
1 Bild: Regenschirme sind in London kein seltener Anblick.


In England herscht gemäßigtes, feucht-ozeanisches Klima mit mild-warmen Sommern und kühlen Wintern. Das Wetter ist dabei vor allem durch die Insellage und den Golfstrom geprägt. Durch die Küstennähe ist es sehr wechselhaft. Der Südwesten ist besonders mild und weist im Sommer eine Temperatur von 18-19 Grad, im Winter eine Temperatur von 8 Grad auf. Die Temperaturen im Osten des Landes gehen etwas mehr in Richtung der Extreme, sodass es im Winter auch mal schneien kann. Ideale Reisezeiten sind im Frühling und Herbst von Mai bis September. Der Sommer ist nochmals deutlich wärmer. Dafür haben aber auch die meisten Einheimischen hier Ferien, sodass es voll werden kann. Mitte Juli bis Ende August herscht touristische Hochsaison. Freunde der botanischen Gärten sollten England und Wales während der Haupt-Blütezeit im Mai besuchen.
1 Bild: Heathrow bei London ist der größte Flughafen Europas.


England besitzt mit London die größte Stadt Europas. Dementsprechend ist London auch für die meisten Übersee-Reisenden die erste Anlaufstation in England. Heathrow stellt den meist frequentierten Flughafen Europas da. Daneben besitzt London mit Gatwick, Luton, Stansted, City Airport und London Southend noch fünf weitere internationale Flughäfen. Seid ihr im Südwesten unterwegs, ist Bristol die ideale Anlaufstelle. Den Westen erreicht man am besten über Liverpool, die West Midlands über Birmingham sowie den Norden über Manchester oder Newcastle upon Tyne.

Durch den Eurotunnel gelangt ihr entweder mit dem Zug oder per Auto-Shuttle nach England. Alternativ stehen viele Fähren vom europäischen Festland auf die britischen Inseln zur Verfügung.

Fahren dürfen Reisende in England mit einem EU-Führerschein. Der wichtigste Unterschied im Vergleich zu einem Großteil anderer Länder ist sicherlich der Linksverkehr. Das bedeutet, dass auf der linken Straßenseite gefahren wird. Bei Fahrzeugen, die in England oder Wales gemietet werden, sitzt dementsprechend auch der Fahrer auf der rechten Seite. Das ist sicherlich ein Argument für das Mieten eines Fahrzeuges vor Ort im Gegensatz zur Anreise mit dem eigenen Fahrzeug. In Großbritannien wird die Geschwindigkeit in Meilen pro Stunde angegeben. Eine Mile per Hour (mph) entspricht circa 1,6 km/h. In der Regel betragen die Geschwindigkeitsbegrenzungen 50–65 km/h (20-40 Meilen pro Stunde) in geschlossenen Ortschaften und 110 km/h (70 Meilen pro Stunde) auf Autobahnen oder Schnellstraßen. Es gilt natürlich auf Schilder zu achten, welche farblich mit der europäischen Norm übereinstimmen (blau für Autobahnen, grün für wichtige Routen, weiß für Nebenrouten, braune Schilder für interessante Orte und rot/weiß für Hinweis- und Warnschilder).

Es gibt einige Straßen, Brücken und Tunnel, welche die Zahlung einer Mautgebühr erfordern. Da Zahlungen in der Regel vor dem Befahren Online oder telefonisch gemacht werden müssen, empfiehlt es sich sich im Vorhinein gut zu informieren. Eine hilfreiche Übersicht über Mautstraßen in England hat der ADAC hier hier zusammengestellt. In London gibt es zudem eine Niedrigemissionszone, in welcher für bestimmte Fahrzeuge eine zusätzliche Gebühr anfählt. Hilfreiche Informationen dazu findet ihr hier.

Generell gilt es natürlich den Berufsverkehr von 7:30 bis 9:30 sowie 16:30 bis 19:30 bestmöglich zu umfahren. Teilweise gibt es A-Roads (Schnellstraßen) und B-Roads (Nebenrouten). Letztere sind häufig etwas leerer und bieten zudem die besseren Aussichten. Beim Tanken haben größere Supermärkte mit eigenen Tankstellen häufig sehr gute Angebote, sodass man sich auf Dauer einiges sparen kann.

1 Bild: Die Isle of Man liegt in der irischen See zwischen Wales und Irland.
Großbritannien ist die größte Inseln Europas. Tatsächlich gehören daneben aber recht wenige bekannte Inseln zu England oder Wales. Wer auf den britischen Inseln an Insel-Hopping interessiert ist, der sollte nach Schottland in den Norden reisen. Zu Englands interessanten Insel-Destinationen gehören die Kanalinseln, die Isle of Wright sowie die Isle of Man. Die Kanalinseln Jersey, Guernsey und Sark liegen an der französischen Normandie-Küste, gehören aber zu England. Somit vereinen sie die Kultur der französischen und englischen Lebensweise und bieten ihren ganz eigenen Charme. Vom europäischen Festland ist eine Anreise per Auto von St. Malo in Frankreich möglich. Per Flugzeug kommt man nur mit wenigen Anbietern nach Guernsey oder Jersey. Eine weitere Insel liegt direkt vor Southhampton an der Südküste Englands. Die Isle of Wight bietet alles was man sich vom Süden Englands erhofft und ist mit vielen Fähren von Portsmouth, Southampton und Lymington aus erreichbar. Zwischen England und Irland in der Irischen See liegt die Isle of Man. Diese unterliegt der britischen Krone, ist aber kein Teil des Vereinigten Königreichs. Anreise ist hier per Fähre oder per Flug aus den meisten britischen und irischen Großstädten möglich. Besonders Motorsportfans wird die Insel aufgrund des jährlichen TT-Rennens ein Begriff sein.
1 Bild: Gebackene Bohnen gehören in jedem Fall zum englischen Frühstück.
Denkt man an die englische Küche, verziehen viele erst einmal das Gesicht beim Gedanken an das typische „Full English Breakfast“ inklusive Eiern, Speck, Würsten, Baked Beans und Toast. Tatsächlich hat die englische Küche ihren schlechten Ruf aber überhaupt nicht verdient. Sie verbindet dabei Traditionsgerichte der Landhausküche mit den vielen internationen Einflüssen der multikulturellen Kultur der Großstädte. Traditionelle Gerichte basieren häufig auf Lammfleisch oder Fisch. Der Imbiss-Klassiker ist natürlich Fish’n’Chips, welchen es sowohl in der Papiertüte für unterwegs als auch in Nobelrestaurants gibt. Zu den englischen Klassikern zählen daneben auch Puddings und Pies. Puddings sind in Großbritannien aber im Gegensatz zum gängigeren Verständnis eine deftige Speise. Es handelt sich grob zusammengefasst um gekochte Würsten in allerlei Variationen. Pies sind Pasteten mit Teigmantel. Verbreitet sind vor allem der Pork Pie mit Schweinefleisch oder der Shepherds Pie mit Rindfleisch. Vegetarier und Veganer sollten trotz dieser fleischlastigen Tradition besonders in den Städten ohne Probleme auf ihre Kosten kommen. Hier gibt es auch fleischlose Varianten. Wer es besonders günstig haben möchte, findet in den Städten besonders indische und chinesische Restaurants mit sehr gutem Preisen.

Passend zur Teepause werden natürlich auch kleine Snacks benötigt. Hier sind vor allem Sandwiches und Scones (kleine süße Brötchen) mit Clotted Cream und Marmelade beliebt. In Wales sind die sogenannten „Welsh Cakes“, kleine Hefepfannkuchen, als Dessert sehr beliebt.

1 Bild: "Tea-Breaks" werden in England den ganzen Tag über gemacht.


Bei den Getränken steht der Tee in England natürlich an erster Stelle. Die Briten trinken dabei vor allem Schwarztee wie Darjeeling oder Ceylon. Tee wird eigentlich den ganzen Tag über getrunken, zum Frühstück, beim Nachmittags-Tee sowie zum Dinner. Bier spielt dann zum Feierabend eine immer wichtigere Rolle. Das bekannteste Bier ist das „Ale“, welches vor Ort häufig auch „Bitter“ genannt wird. Im Vergleich zum Pils zeichnet es sich durch weniger Alkohol und Kohlenäure aus. Weiterhin ist das malzbetonte und stärker gehopfte „Stout“ sehr beliebt. Das „Stout“ ist etwas süßlicher mit Karamellaroma. Für viele Reisende ungewöhnlich ist die Zimmertemperatur sowie das Abkratzen des Schaums auf dem Bier. Ein Pint (ca. halber Liter) kostet um die fünf Euro bzw. um die drei Pfund.
1 Bild: Englische Währung Pfund Sterling (GBP)
Ein Pfund entsprach 2019 ungefähr 1,16€. Das Preisniveau in England ist generell leicht höher als der europäische Durchschnitt. Günstige Supermärkte sind beispielsweise die deutschen Ketten Aldi und Lidl. Im Stadtzentrum ist häufiger vertreten ist die Kette Tesco, welche leicht höhere Qualität hat. Daneben gibt es in den Städten an vielen Ecken einen Kiosk. Supermärkte haben in der Regel bis 22 Uhr geöffnet. Sonstige Geschäfte schließen dagegen meist schon zwischen 17:00 und 18:30.

In England und Wales sind Trinkgelder für Kellner, Taxifahrer oder bei sonstigen Dienstleistungen üblich. Der Richtwert liegt hier bei 10-15%. Bei Getränken in Pubs muss kein Trinkgeld gezahlt werden.

Kreditkarten werden landesweit viel genutzt. Üblich ist in England und Wales allerdings die Nutzung des 4-stelligen PINs der Kreditkarte anstatt einer Unterschrift. Diese sollte man also eventuell nochmal heraussuchen oder von der Bank anfordern. Beim Geld wechseln ist es in jedem Fall sinnvoll Angebote zu vergleichen. Kleine Wechselstuben können einen günstigeren Kurs als große Banken haben.
Für die Länder England, Wales und Schottland gilt hinsichtlich der Terrorbedrohung aktuell die Stufe 3 von 5. Seit 2017 kam es in Manchester und London zu meheren Terroranschlägen. Die Behörden rufen dazu auf, besonders an beliebten Orten in Großstädten wachsam zu sein. Hinsichtlich Kriminalität gilt es sich vor Taschendiebstählen zu schützen. Dazu gehört besondere Achtung auf seine Wertsachten in dichtem Gedräng wie beispielweise der U-Bahn. Für die aktuellsten Informationen empfehlen wir auch hier die Website des Auswärtigen Amtes .
1 Bild: Ein Fuchs-Welpe


In Großbritannien gibt es vor allem Laub- und Mischwälder. Durch die Industrialisierung wurden der Waldanteil aber auf mittlerweile acht Prozent zurückgedrängt. Etwa die Hälfte der Waldflächen des Vereinigten Königreiches entfällt auf England und Wales. Überwiegend sind hier Eichen und Buchen, aber auch Kiefern und Birken vertreten. Verbreitet sind daneben Kirsch- und Apfelbäume, Stechginster sowie verschiedene Wildblumen. Typisch für England und Wales sind Brombeersträucher als Begrenzungen.

In der englischen und walisischen Natur häufig anzutreffen sind Hirsche, Kaninchen, Hasen, Dachse und Füchse. Letztere sind nicht zuletzt aufgrund der traditionellen Treibjagd stark bedroht. In den abgelegerenen Gegenden in Wales gibt es häufig Marder und Iltisse anzutreffen. Die Küsten sind von Seevögeln und Robben geprägt. Wer in einem der Londoner Parks, wie beispielsweise dem Hyde Park, unterwegs ist, wird schnell Bekanntschaft mit den zutraulichen Eichhörnchen (auch „Squirrels“) machen.
Für die direkte Einreise aus Deutschland nach England oder Wales sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Es wird empfholen die Standardimpfungen auf dem aktuellen Stand zu halten. Wir empfehlen vor Reiseantritt den Abschluss einer privaten Reisekranken- und Rückholversicherung. Wir verweisen auf die Informationsangebote der WHO oder des Robert-Koch-Instituts hinsichtlich der COVID-19-Pandemie.
Höflichkeit wie ein Gentleman, schwarzer Humor, die Verehrung der königlichen Familie und Tee – dies sind sicherlich wichtige Bestandteile der englischen Kultur. Darüber hinaus haben Werke der englischen Literatur, Kunst und Musik Menschen auf der ganzen Welt beeinflusst – von Shakespeare bis zu den Beatles. Sport ist den Briten sehr wichtig. Besonders Teamsportarten sind beliebt, wobei Fußball unangefochtene Nummer eins ist, weshalb es beim Schauen eines wichtigen Spiels durchaus emotional werden kann. Darüber hinaus sind die Engländer aber sehr aufmerksame und höfliche Menschen, wobei sch auch direkt einige Tipps ableiten lassen. Im Alltag sollte man immer Bitte und Danke in seinen Sprachgebrauch einbauen. Entschuldigungen beim unbeabsichtigten Anrempeln auf der Straße sind ein Muss. Generell entschuldigen sich die Engländer sehr häufig im Alltag. Die Frage „How are you?“ sollte eher als Höflichkeitsfloskel und nicht als Aufforderung persönliche Dinge zu erzählen verstanden werden. Auch Respekt gegenüber allen Menschen unabhängig der Ethnie oder Religion wird als selbstverständlich. Aufgrund seiner langen Geschichte ist England heutzutage nämlich besonders in den Großstädten multikulturell mit Einflüssen aus der ganzen Welt geprägt.

1 Bild: Die Geschichte Englands ist von vielen Außeinandersetzungen geprägt.
Erste Siedler der britischen Inseln lassen sich auf zwei bis drei Tausend Jahre vor Christus datieren. Diese sogenannten Glockenbecher-Kulturen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für das Errichten des Kalenders aus riesigen Steinen namens „Stonehenge“ verantwortlich. Bis 500 vor Christus besiedelten dann die Kelten aus Mitteleuropa die britischen Inseln und formten die Briten, Gaelen und Pikten. Von der Ausweitung des römischen Imperiums blieben auch die britischen Inseln nicht verschont. Die Römer eroberten großte Teile des heutigen Englands und Irlands, scheiterten aber letztendlich an den nördlichen Pikten im heutigen Schottland. Bis circa 400 n.Chr. war das heutige England als Britannien ein Teil des römischen Reiches, wodurch die Infrastruktur profitierte. Nachdem die Römer vertrieben wurden, erreichten große Ströme germanischer Völker aus dem heutigen Norddeutschland die Insel. Es handelte sich um Angeln und Sachsen, welche einen großen Beitrag zur Altenglischen Sprache beitragen haben. In England bildeteten sich die sieben Königreiche Wessex, Sussex, Kent, Essex, East Anglia, Mercia und Nordumbrien. Auch Wales war zu diesem Zeitpunkt in mehrere Königreiche unterteilt, von welchen Gwynedd im Norden das größte war. Um 800 n.Chr. begannen Wikinger aus Skandinavien die britischen Inseln anzugreifen und sich auf vermehrt auf schottischen Inseln niederzulassen. Nach einem Sieg über den angelsächsischen König von Wessex eroberten die dänischen Wikinger einen großen Teil des östlichen Englands und machten ihre Gesetze geltend. Die Angel-Sachen konnten im 10. Jahrhundert dann den letzten dänischen König von York besiegen. Athelstan wurde darauf erster König von England. Hundert Jahre später konnte das neugeformte Königreich Dänemark England unter Knut nochmals erobern, wurde aber letztendlich ein zweites Mal besiegt. Die Nordmänner haben trotzdessen großen Einfluss auf die Entwicklung der britischen Inseln gehabt, weshalb auch heute noch einige Wörter nordischen Ursprungs sind.

König Harold Godwinson musste das Königreich gegen Norwegen sowie die Normannen aus dem heutigen Frankreich verteitigen, wurde dann aber im berühmten „Battle of Hastings“ 1066 getötet, woraufhin William der Eroberer König von England wurde und eine Menge Reformen durchsetzte. Im weiteren Verlauf des 12. Jahrhunderts verteitigte Richard Löwenherz große Teile des Territoriums gegen Frankreich. 1216 unterschrieb König John auf Nachdruck der Baronen die Magna Charta, welche alle Einwohner inklusive dem König dem Gesetz unterlegen waren. Im 13. und 14. Jahrhundert folgten Kriege gegen das heutige Schottland um deren Unabhängigkeit. Obwohl William Wallace durch König Edward gefangen und getötet werden konnte, sicherten sich die Schotten letztendlich den Sieg. Im 16. Jahrhundert folgten kriegerische Außeinandersetzungen auf See mit dem zu dieser Zeit mächtigen Spanien. 1603 war James der Sechste der erste König der gesamten britischen Inseln. Dies stellte auch den Startpunkt des britischen Imperiums dar. In Nordamerika wurden die 13 Kolonien gegründet. Die Nachfrage nach Gütern der neuen Welt wie Tabak und Zucker stieg. Einen Großteil des ökonomischen Erfolgs machte das Verschiffen von Sklaven aus Afrika über den Atlantik nach Nord- und Mittelamerika aus. Dort arbeiteten die Sklaven unter schrecklichen Bedingungen aauf Plantagen und wurden als Eigentum gehandelt. Von 1600 bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Sklavenhandel vom britischen Imperium praktiziert. Kriege unter anderem gegen Spanien im 18. Jahrhundert führten zu einer hohen Verschuldung. Die amerikanischen Kolonien wurden hoch besteuert. Dies führte zum Unabhängigkeitskrieg der Amerikaner gegen die englische Krone, welcher letztendlich zur Gründung der Vereinigten Staaten führte. Trotzdessen stellte das britische Imperium mit Kolonien in Indien, Afrika, Australien, Neuseeland und der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert eine Weltmacht dar. Zu seinem Höhepunkt 1922 stande weltweit über 400 Millionen Menschen unter der englischen Krone. Nach dem zweiten Weltkrieg standen geringe finanzielle Mittel sowie der Drang nach Unabhängigkeit vieler Nationen dem britischen Imperium gegenüber. Es bildete sich der „Commonwealth of Nations“ – ein Zusammenschluss ehemaliger Kolonien zwecks kultureller und ökonomischer Bindungen, welcher bis heute besteht. Das britische Imperium begang in seiner Geschichte viele Verbrechen gegen andere Völker. Trotzdessen setzte es die Grundsteine für die globalisierte Welt, in welcher wir heute leben.
1 Bild: Die Beatles haben ihren Ursprung in den späten 50er-Jahren in Liverpool.
Die englische Geschichte hat ebenfalls dazu beigetragen, dass Englisch heute von über 1,5 Milliarden Menschen weltweit gesprochen wird. Circa 375 Millionen Menschen sprechen Englisch als Erstsprache. Englisch ist eine germanische Sprache, welche sich im frühen Mittelalter entwickelte und im 15. Jahrhundert komplett im heutigen England verbreitet war. Sie ist dabei vor allem auf die nordseegermanischen Angeln und Sachsen zurückzuführen. Am nächsten verwandt zum modernen Englisch sind deshalb friesische und niederdeutsche Sprachen. Durch die Besetzung der Dänen und Norweger sowie die Eroberung durch die Normannen hat Englisch aber auch nordgermanische sowie französische Einflüsse. Nebem dem Englischen ist die zweitmeist gesprochene Sprache in englischen Haushalten tatsächlich Polnisch. Dies ist auf die vielen Einwanderungen der letzten Jahrzehnte zurückzuführen. Etwa 133.000 Menschen in England Walisisch. Dabei handelt es sich um eine keltische Sprache. In Wales ist sie neben Englisch offizielle Amts- und Schulsprache und wird von 750.000 Menschen gesprochen. Insgesamt hat Wales knapp über drei Millionen Einwohner. So ist die walisische Sprache ein wichtiges Kulturgut der westlichen Nachbarn von England.
1 Bild: Die Queen als Wachsfigur könnt ihr im Madamme Toussaud in London bewundern.


England und Wales umfassen den südlichen Teil der Insel Großbritannien und sind zusammen mit Schottland und Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs. Bei diesem handelt es sich um eine parlamentarische Monarchie. Queen Elisabeth II. ist der derzetige Erbmonarch an der Staatsspitze auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage (Westminster-System). Die politische Lage ist gemäß dem westeuropäischen Durchschnitt stabil.

Für aktuelle Infos verweisen wir auf die britischen Behörden in Deutschland.
1 Bild: Über 60 Billionen Tassen Tee werden in Großbritannien jährlich getrunken.
Jährlich werden in Großbritannien über 60 Billionen Tassen Tee getrunken. Die klassichen „Tea Breaks“ sind dabei zu jeder Zeit des Tages üblich.
In England wird großen Wert auf das Anstehen gelegt. Wenn du also eine ordentliche Menschenschlange vor einem Laden, der Post oder sonst wo siehst, stelle dich am besten hinten an.
Das klassische „Full Englisch Breakfast“ besteht aus Eiern, Speck, Würstchen, gebackenen Bohnen, Pilzen und Tomaten auf Toast.
In Unterhaltungen sollten Kritik am Königshaus sowie an der englischen Fußballmanschafft unbedingt vermieden werden.
Die Engländer lieben es über das Wetter zu reden. Die Stadt Leeds gehört zu den regenreichsten Städten in ganz Europa.
In Gloucester gibt es einen jährlichen Käse-Roll-Wettbewer.
David und Susan sind die meistvergebensten Namen des Landes.