Fliegen mit Kindern


Das würde ich mir ja niemals antun! Was macht ihr denn die ganze Zeit im Flugzeug? So oder so ähnlich sind bei vielen die ersten Gedanken, wenn man erzählt, dass man mit drei quirligen Kindern nach Neuseeland fliegen will. Viel weiter kann man nun wirklich nicht reisen. Und ja, Fliegen und die Zeitverschiebung sind anstrengend, schon ohne Kinder. Aber es geht auch als Familie. Wir haben nicht nur überlebt, wir fanden Fliegen mit Kindern echt in Ordnung!

Durchgehend fliegen mit Kindern, oder mit Stoppover?


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Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Wir plädieren für den durchgehenden Flug. Wir wissen, dass viele diese Meinung nicht teilen. Warum fliegen wir lieber am Stück? Es geht ums Ankommen. Nach sieben Stunden Flug hat man keine Lust mehr auf Fliegen. Nach elf Stunden auch nicht, und nach 22 Stunden ist es nicht besser. Aber auch nicht viel schlimmer. Man möchte irgendwann nur noch eines: Ankommen. Sicher kann man etwas Druck rausnehmen, wenn man nach 12 Stunden den Flug unterbricht und irgendwo in Thailand oder Singapur oder was einen sonst gerade reizt einen Zwischenhalt einlegt. Wenn man dort zwei Tage verbracht hat, sind die nächsten zwölf Flugstunden bestimmt gut auszuhalten. Aber angekommen ist man bis dahin nicht. Nicht am Reiseziel und nicht in der richtigen Zeitzone. Nach zwei Tagen muss man wieder packen, wieder mit viel Gepäck los, wieder einchecken. Man hat den ganzen Stress doppelt. Für uns war daher klar, dass wir es lieber aussitzen. Mit einigen Filmen, mehr oder weniger Schlaf und etwas Durchhaltevermögen war es kein Problem.

Welche Airline für Flüge mit Kindern?


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Es gibt viele gute Airlines und wir möchten hier nicht einen bestimmten Anbieter anpreisen. Für uns waren beim Fliegen mit Kindern folgende Aspekte wichtig:

  • Die Gesamtflugdauer
  • Die Länge, die Anzahl und der Zeitpunkt der Zwischenlandungen
  • Die Maschine

Die Gesamtflugdauer kurz zu halten, war beim Fliegen mit Kindern unser wichtigstes Anliegen. Wenn man ohne Pause fliegen will, sollte man keinen Flug wählen, bei dem man dann acht Stunden lang in Peking auf dem Flughafen sitzt. Wir sind von München über Dubai und Sydney nach Christchurch geflogen. Dabei hatten wir einmal etwa drei und einmal etwa zwei Stunden, um uns die Beine zu vertreten. Für uns war das perfekt. Wir konnten uns in Dubai einmal frisch machen und ein bisschen spielen, dann ging es weiter. In Sydney haben wir uns leichtere Sachen angezogen, weil es merklich Sommer wurde. Die Zwischenlandungen taten gut, weil sie die lange Flugzeit strukturierten und etwas Abwechslung boten. Lange am Flughafen zu sein, macht aber in unseren Augen keinen Sinn, weil man dort nicht wirklich in Bewegung kommt oder sich richtig ausruhen kann. Besser noch war der Rückflug, der direkt von Auckland nach Dubai ging und von dort nach kurzer Pause weiter nach München. Würden wir wieder so machen.

Wir haben uns bewusst für Flüge im A380 entschieden und sind sehr zufrieden damit gewesen. Für die größeren Kinder war es gar nicht so wichtig, die saßen die meiste Zeit auf ihren Plätzen. Für das Krabbelkind war es toll. Ganz vorne gibt es ein kleines „Treppenhaus“. Hier führt die Treppe ins teure Obergeschoß. Vor der Treppe und um sie herum gibt es Platz! Da ist einfach nichts, nur Zugänge zu den Toiletten. Es gibt Stufen zum Hochkriechen und andere Babies zum spielen. Wenn man ein Baby in der Trage in den Schlaf bringen möchte, ist es ebenfalls sehr angenehm, hier auf und ab laufen zu können und sich nicht durch den engen Gang zu quetschen. Das Platzangebot im A380 war wirklich angenehm und hat uns das Fliegen erleichtert. Klare Empfehlung!

Braucht man ein Baby Bassinet?


Wir hatten für unser 8 bzw. 10 Monate altes Baby auf den meisten Flugabschnitten ein Baby Bassinet. Braucht man es? Es geht so. Es war zwischendurch angenehm, das Kind mal ablegen zu können. Leider muss man ja bei jeder kleinsten Turbulenz den Zwerg aus dem Schlaf reißen, weshalb ich mir irgendwann gespart habe, ihn immer wieder reinzulegen. Wir hatten unsere Manduca Babytrage dabei. Mit Kind vor dem Bauch konnte ich auch einigermaßen schlafen und er musste nicht dauernd geweckt werden. Ich würde sagen, es ist ein nettes Extra, aber man muss auch nicht verzweifeln, wenn man keinen Platz mit Bassinet mehr bekommt. Ein Nachteil in der Reihe mit Bassinet ist, dass die zwei Plätze am Gang feste Armlehnen auf beiden Seiten hatten. In anderen Reihen haben wir zwischen unseren vier Sitzen die Armlehnen hochgeklappt und so den Platz optimal genutzt. In der ersten Reihe geht das nicht.

Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit. Ein Baby Bassinet ist ja nur notwendig, wenn das Baby keinen eigenen Sitzplatz bekommt. Es gibt aber zunehmend Informationen dazu, dass es für Babys nicht sicher ist, ohne eigenen Sitzplatz zu reisen. Wir waren immer der Meinung, dass im Flugzeug im Notfall auch kein Kindersitz mehr hilft. Nach einigen Nachforschungen haben wir festgestellt, dass das nicht stimmt. Es scheint schon bei Turbulenzen hin und wieder vorzukommen, dass Kinder auf dem Schoß der Eltern verletzt werden, weil sie entweder nicht gehalten werden können, oder unter dem Erwachsenen eingequtscht werden. Auch in einigen Notsituationen gab es Fälle von Babys auf eigenen Sitzplätzen, die überlebt haben, während die Altersgenossen auf dem Schoß verunglückt sind.

Allerdings ist es unrealistisch, dass ein Kleinkind den kompletten Flug brav in seinem Sitz verbringt. Und als Eltern ist man irgendwann in einem Zustand, in dem man einige Defizite in der Sicherheit hinnimmt, nur um irgendwie den Flug zu überstehen. Einen großen Teil der Flugzeit verbringt man dann zwangsläufig irgendwo auf dem Gang. Zum Schlafen, bei Turbulenzen, Start und Landung ist ein eigener Sitz aber unbestritten eine tolle Sache und auf jeden Fall besser, als Baby Bassinet, weil man das Kind nicht bei Turbulenzen herausnehmen muss, wenn es gerade friedlich schläft. Lest dazu auch unseren Artikel über Kindersitze, denn erstens sind die Kräfte, die beim Fliegen wirken, ganz andere, als im Auto, weshalb ein Autositz nicht automatisch mehr Sicherheit bietet, zweitens gibt es Regeln, welchen Sitz man überhaupt mitnehmen darf.

Beschäftigung beim Fliegen mit Kindern


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Das Thema war beim Fliegen mit Kindern viel einfacher, als ich es mir je vorgestellt hatte. Da bei uns zu Hause nicht ferngesehen wird, ist für unsere Kinder jegliche Form von Videounterhaltung die höchste Form der Belohnung. Da man Zeit im Flugzeug ohnehin nur sinnlos totschlagen kann, durften die Kinder einige Filme anschauen. Es lief ungefähr so ab: Einsteigen, den Start anschauen, Glotze an. Kurz mal die Folie vom Essen anheben, angewidert gucken, weiter fernsehen. Unser mittlerer Sohn war dann ziemlich schnell müde und hat sich schlafen gelegt. Der Große hat so lange geguckt, bis wir ihn zum Schlafen gezwungen haben. Letztendlich gab es für die zwei nur Fernsehen oder Schlafen, damit waren sie für die Zeit der Flüge zufrieden.

Der Kleine wollte sich wie oben erwähnt gerne zwischendurch bewegen und das Flugzeug erkunden. Wir haben uns also abwechselnd mit ihm im Vorraum aufgehalten, oder er hat geschlafen.

Kann sein, dass Kinder, die oft Fernsehen dürfen, nicht ganz so leicht zufrieden zu stellen sind. In dem Fall empfehlen wir eine Woche Fernsehverbot vor dem Flug.

Essen beim Fliegen mit Kindern


Das Essen im Flugzeug kam bei den Kindern nicht gut an. Die warmen Mahlzeiten, die beim Fliegen für Kinder bereitgestellt wurden, waren tatsächlich geschmacklich etwas eigenartig. Es gab aber auch immer ausreichend Brötchen, Käsestücke, Obstsalat, Cracker oder ähnliches, so dass sie immer irgendwas auf dem Tablett gefunden haben, was sie dann doch essen konnten. Außerdem konnte man sich jederzeit frisches Obst holen, was bei uns auch immer gerne gegessen wird.

Wir hatten einen ganz guten Vorrat an Müsliriegeln, Reiswaffeln, Nüssen, getrockneten Früchten und Keksen dabei. Den finden wir auch im Nachhinein sinnvoll. Es hat viel Geld beim Umsteigen gespart, wo es einfach ein großes Angebot an Cafés gibt, bei denen die Kinder dann schlechte und überteuerte Muffins kaufen wollen. Da nein zu sagen ist deutlich einfacher, wenn man etwas Leckeres parat hat. Natürlich gab es auch mal Pommes bei einem Zwischenstopp, aber das war es dann auch. Auch während des Flugs war es manchmal ganz nett, etwas Reserve zu haben. So einen Essensvorrat würden wir beim Fliegen mit Kindern klar empfehlen.

Kleidung beim Fliegen mit Kindern


Wenn man nach Neuseeland oder Australien fliegt, hat man meistens einen ganz ordentlichen Wechsel der Temperaturen. Das sollte man bei Fliegen mit Kindern vorher einplanen. Kinder reagieren meistens empfindlich, wenn ihnen zu heiß oder zu kalt ist. Daher ist es gut, im Handgepäck für die Jahreszeit Kleidung parat zu haben, die einen bei der Ankunft erwartet. Man kann sich dann schon im Flugzeug oder bei einer Zwischenlandung entsprechend anziehen. Da wir von starken Minustemperaturen in den Hochsommer geflogen sind, haben wir unsere Kinder in Skiunterwäsche gesteckt und dann noch mit Pulli, Fleece und Regenjacke nachgelegt. Unten gab es noch eine Jogginghose über der Skiunterwäsche. Wir wollten keine Winterjacken auf der Reise dabei haben, und das ließ sich auf diese Weise gut vermeiden.

Im Flugzeug konnten die Kinder dann ganz gemütlich nur noch in Skiunterwäsche sitzen. Die drückt auch nicht beim Schlafen und ist schön kuschelig. Ab Sydney gab es Sommerklamotten. Da wir dann deutlich weniger Kleidung getragen haben, als zu Anfang, war es gut, dass wir in einem Handgepäckrucksack ein Fach nicht genutzt bzw. extra eingeplant hatten, um dort die Kleidung unterzubringen. Wir hatten außerdem in Deutschland unsere Wanderschuhe an, aber zusätzlich Flipflops für alle im Handgepäck. Die dicken Schuhe haben wir dann in die fast leere Tasche mit dem Essensvorrat gepackt. So kamen wir passend gekleidet und nicht völlig bepackt in Neuseeland an. Hilfreich waren auch im Handgepäck unsere Packwürfel, auf die wir im Artikel zum Packen eingehen.

Reiseapotheke für Flüge mit Kindern


Eine Reiseapotheke im Handgepäck ist beim Fliegen mit Kindern sehr sinnvoll. Wir hatten zwei verschiedene Medizintaschen für die Reise gepackt. In der einen waren die Medikamente, die man beim Fliegen mit Kindern nicht braucht (größeres Verbandszeug, Insektenschutz, Antibiotikum, Scheren, Pinzetten usw.) oder deren Volumen für Flüge nicht zugelassen ist. Die wurde im Gepäck aufgegeben. Die zweite Tasche beinhaltete die flugrelevanten Dinge. Darin waren:

  • Abschwellende Nasentropfen
  • Hustensaft
  • Halstabletten
  • Nurofen (bei Schmerzen und Fieber)
  • Aspirin (nur für die Erwachsenen)
  • Beruhigungsmittelchen (pflanzlich), falls jemand Flugangst bekommt
  • Durchfalltabletten

Damit ist man für die meisten Krankheiten gewappnet, die einen während des Fluges mit Kindern treffen können. Bei uns kamen dann auch die Nasentropfen und sogar Nurofen zum Einsatz, weil wir tatsächlich ein Kind mit Mittelohrentzündung hatten, die sich erst während des Fluges entwickelt hat. Durch die Druckschwankungen im Flugzeug waren die Schmerzen sehr schlimm und wir waren heilfroh, etwas dagegen tun zu können.