Camperübernahme

Fahrzeugübernahme – Camper Check


Was ist wichtig zu wissen, wenn ich meinen Camper bzw. mein Wohnmobil abhole?

In diesem Artikel geben wir euch Auskunft über die Fahrzeugabholung und den Fahrzeugcheck zu Beginn eures Camperurlaubs in Neuseeland und Australien.

Wir klären die folgenden wichtigen Punkte:

  • Ankunft am Flughafen & wichtige Dokumente
  • Airport Transfer zum Depot
  • Fahrzeugabholung & wichtige Dokumente
  • Fahrzeug- und Zubehörcheck

Ebenfalls gehen wir auf die Fragen ein, was bei einem Fahrzeugausfall geschieht (Bsp. Unfall des Vormieters).

Unser Artikel: Camper Qualität und Realität klärt wichtige Punkte zum Thema Erwartung und Qualität vor Ort.

Ankunft am Flughafen & wichtige Dokumente


Nach dem langen Flug kommt ihr in Neuseeland oder Australien an und könnt es kaum erwarten, euren Camper abzuholen. Damit das möglichst reibungslos klappt, möchten wir euch hier ein paar Tipps geben.

Vor der Einreise werden im Flugzeug die Arrival Cards verteilt. Auf diesen kreuzt ihr an, welche Güter ihr mitbringet, woher ihr kommt, wie lange ihr euch zuvor in anderen Ländern aufgehalten habt und so weiter.

Wichtige Dokumente, die zur Einreise benötigt werden, sind:

  • der Reisepass
  • ggf. das benötigte Visum sowie
  • der Nachweis über ein Rückflugticket

bzw. einem Kontoausdruck der belegt, dass man über genug finanzielle Mittel verfügt.* Außerdem werdet ihr bei der Einreise nach der Adresse des ersten Aufenthaltes gefragt. Reist man im Camper, taucht hier die erste Unsicherheit auf.

Ihr solltet jetzt die Buchungsunterlagen zur Hand haben und die Adresse der Vermietfirma angeben können, bei der ihr den Camper bzw. das Wohnmobil abholt.

*Bitte informiert euch selbst bzgl. der Einreisebestimmungen in eurem individuellen Fall. Wir können hier nur allgemeine Hinweise geben, die sich auf das Reisen im Wohnmobil beziehen.

Airport Transfer zum Depot des Vermieters


Habt ihr den Zoll passiert und verlasst den Flughafen, fragt ihr euch sicher, wie ihr zum Depot kommt, um euer Fahrzeug abzuholen. In Australien bieten die Vermietfirmen keinen Airporttransfer vom Flughafen zum Depot an. Der Kunde wird in Australien gebeten, den Weg zum Depot selbst zu bestreiten. Daher solltet ihr euch vor der Abreise informieren, was die beste Variante ist. Meist stehen der öffentliche Busverkehr, der Zug oder das Taxi zur Auswahl.

In Neuseeland wird dagegen der Transfer vom Flughafen zum Depot und bei manchen Firmen auch der Transfer von einem Hotel in Flughafennähe zum Depot angeboten. Der Transfer sollte zuvor mit der Vermietfirma abgesprochen sein. Die wichtigen Angaben für die Firmen sind dabei der gewünschte Tag, die Uhrzeit, zu der man in etwa abgeholt werden möchte sowie die Flugnummer bzw. die Adresse des Hotels.

Nachdem ihr euer Gepäck abgeholt haben und die Zoll- und Visumskontrolle hinter euch habt, werdet ihr gebeten, die Vermietfirma anzurufen, um Bescheid zugeben, dass ihr nun abgeholt werden könnt. Da es gelegentlich zu Verspätungen in der Ankunftszeit kommt oder man beim Zoll noch aufgehalten wird, wird man erst abgeholt, nachdem man sich telefonisch nochmals gemeldet hat!

Egal, ob ihr in Neuseeland oder Australien ankommt, plant bitte den Weg zum Depot zeitlich mit ein und seid euch über die Abhol- und Abgabezeiten der Vermietfirmen im Klaren. Die genauen Angaben hierzu findet ihr auf unserer Internetseite unter Reiseland > Vermieter > Mietstationen oder in der Detailübersicht des von euch angemieteten Campers bzw. Wohnmobils.

Abholung des Campers & wichtige Dokumente


Beim Vermieter wird euch der Mietvertrag gegeben, den ihr bitte durchlest und gegenzeichnet. Der Mietvertrag ist auf Grundlage der AGB des Anbieters gestaltet, welche über unsere Seite eingesehen werden können unter Reiseland > Vermieter > Mietbedingungen.

Mit den AGB sollte man sich im Vorfeld bereits vertraut gemacht haben. Bei Fragen zu den AGB eures Vermieters stehen wir gerne zur Verfügung!

Zudem muss man seinen Führerschein in Kombination mit dem internationalen Führerschein und der zu belastenden Kreditkarte vorlegen.

Man kann den Camper bereits im Vorfeld per Banküberweisung bezahlt haben, den Camper per Barzahlung bei Fahrzeugübernahme bezahlen oder auch direkt per Kreditkarte. Ganz gleich welche Option der Bezahlung man wählt, eine gültige Kreditkarte (keine Prepaid Karten!) ist immer Pflicht! Warum? Der Kunde erteilt der Vermietfirma in den AGB die Erlaubnis, dass die Firma die Kreditkarte belasten darf, sofern der Kunde gegen die AGB verstößt, einen Schaden verursacht der nicht versichert ist oder Strafzettel erhält. Beispielsweise wird man finanziell belangt, wenn man den Camper nicht zum vereinbarten Zeitpunkt, am vereinbarten Ort sowie in vereinbartem Zustand zurück bringt.

Und an dieser Stelle gleich ein wichtiger Tipp von uns: zahlt jegliche Strafzettel direkt vor Ort, damit die Vermietfirma dies nicht machen muss. Denn alle Vermietfirmen verlangen zusätzliche Bearbeitungsgebühren in Höhe von 50-100 Dollar. Da ist es äußerst ärgerlich, wenn man einen Strafzettel über 15 Dollar für falsches Parken erhalten hat, die Rechnung allerdings durch Bearbeitungsgebühren noch deutlich höher ausfällt.

Fahrzeug- und Zubehörcheck


Sind die Unterlagen ausgefüllt und die Sicherheiten für die Firma hinterlegt, so geht es zur Camperübergabe. Dabei wird einem der Camper bzw. das Wohnmobil gezeigt und auf einem Papier (Frontansicht, Seitenansicht und Rückansicht des Campers) werden sämtliche Schäden am Äußeren des Fahrzeugs aufgenommen.

Hierbei sollte man selbst auch ein gutes Auge auf das Fahrzeug werfen und jeden Mangel erwähnen, den man sieht. Hauptsächlich geht es am Äußeren des Fahrzeugs um Beulen, Kratzer und Steinschläge in der Scheibe. Es schadet sicherlich nicht, wenn man vom Fahrzeug von allen Seiten ein Photo macht, um den Zustand einmal per Kamerabild festzuhalten. Auch wenn man in Kauf nehmen muss, dass man dabei etwas schief angeguckt wird. Meistens sind die Vermietfirmen bei kleineren Macken nämlich kulanter, als man sich dies ausmahlt.

Auch der Innenraum sollte einmal unter die Lupe genommen und auf Funktion getestet werden:

  • Funktionieren die Schubläden?
  • Funktionieren alle Gasplatten?
  • Funktioniert der Kühlschrank?
  • Schließt der Kühlschrank?
  • Ist der Tisch vernünftig zu arretieren?
  • Funktioniert die Heizung?
  • Funktionieren alle Wasserhähne?
  • Sind Frischwasser- und Abwassertank dicht?
  • Lassen sich Türen und Fenster schließen?
  • Funktioniert die Trittstufe des Wohnmobils?
  • Funktioniert die Markise des Wohnmobils
  • Funktioniert das Entertainment System?

Ebenso solltet ihr euch das Zubehör einmal angucken und vor Ort noch auf Funktion testen:
Campingtisch, Stühle, Solardusche, GPS, Outdoor-Grill, Internet-Modem, Geschirr, Handtücher, Bettwäsche, Kochutensilien und …

Alle Extras bergen das Risiko, dass ein Fehler unterlaufen kann oder die Qualität nicht genügt. Tatsächlich kommt es hin und wieder vor, dass ein Campingstuhl gebrochen und unbrauchbar ist. Das GPS tut erst gar nicht und die Teflon-Beschichtung der Pfanne klebt am Besteck. Es ist daher ratsam, dass man das Zubehör zu Beginn der Reise einmal auf Vollständigkeit und Funktion prüft. Ist man noch im Depot des Vermieters, ist Ersatz meist schnell zur Hand und die Reise erfährt keine große Verzögerung. Ist man erstmal auf der Straße und summieren sich die Probleme, so ist es umso ärgerlicher. Meist wird man dann darum gebeten, das nächste Warehouse aufzusuchen, sich dort Ersatz zu kaufen und die Rechnung am Ende der Reise einzureichen, um das ausgelegte Geld zurück zu erhalten.

Fahrzeugausfall - kommt sowas vor?


Sind die Mängel am Fahrzeug zu Beginn größer, hat man ein Problem! Der Vermieter ebenso wie der Mieter. Ist es ein Schaden, der aus der Vormiete entstanden ist und muss dieser noch vor der Fahrzeugübernahme behoben werden, ist das ärgerlich, aber nicht zu ändern. Ihr erhaltet dann die Mietkosten für den nicht in Anspruch genommenen Tag wieder zurückerstattet oder ein Ersatzfahrzeug für die Dauer des Ausfalls. Ein gutes Beispiel hierfür sind abgefahrene Bremsen. Die Abnutzung lässt sich vor allem nach langen Mieten nicht vorhersagen, und nach der Miete muss der Vermieter darauf reagieren. So kann es einfach vorkommen, dass die Bremsen noch gewechselt werden müssen. Kam es zu einem Unfall des Vormieters und dadurch zu langen Reparaturarbeiten oder dem Ausfall des Fahrzeuges, so stellt die Campervan-Firma Ersatz, sofern sie es denn kann.

Daher unser Tipp: mietet bei größeren Firmen. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, Ersatz stellen zu können, deutlich höher.

Wird qualitativ gleichwertiger Ersatz gestellt, so ist dies kein Vertragsbruch des Vermieters und der Kunde muss das Fahrzeug nehmen. Qualitativ gleichwertiger Ersatz wird monetär und nach Fahrzeugart gemessen. Handelt es sich um ein ähnliches Fahrzeug, welches mit dem gleichen Tagessatz berechnet wird, so ist die Voraussetzung erfüllt. Das Layout (Größe der Betten, Anordnung der Sitze etc.) des Fahrzeugs ist dabei zweitrangig.

Ein weiteres Thema ist die höhere Gewalt. Diese Situation hatten wir in der Saison 2016/2017 nach dem starken Erdbeben ca. 80Km südlich von Kaikoura. Zufahrtsstraßen zu dem beliebten Touristenort in Neuseeland waren unbefahrbar und das für ca. 2-3 Wochen. Viele Mietfahrzeuge waren in Kaikoura gefangen und die Firmen hatten große Probleme während der Hauptreisezeit die ausgefallenen Fahrzeuge zu ersetzen und die damit verbundenen Mieten zu bedienen. In eben diesem Fall konnten wir einem unserer Kunden helfen, noch ein Fahrzeug von einem anderen Vermieter zu erhalten. Der Überblick über den Markt, schnelle Reaktionszeiten und die enge Zusammenarbeit mit den Firmen waren hier von enormem Vorteil. Der Kunde hätte alleine vor Ort keine Chance mehr gehabt, an ein Fahrzeug zu kommen.

Allerdings ist auch dies eine Situation, die uns erst ein einziges Mal begegnet ist. Man sollte darüber Bescheid wissen, aber damit ist es dann auch gut. Die Wahrscheinlichkeit in Neuseeland oder in Australien von Naturkatastrophen und höherer Gewalt maßgebend beeinträchtigt zu werden ist relativ gering und nichts, was sich beeinflussen ließe. Was sich allerdings sehr wohl steuern lässt, ist der Routenverlauf der Reise. So ist es in Australien während der Regenzeit sehr wichtig wo die Reise beginnt und endet! Aber auch bei der Routenplanung stehen wir beratend zur Seite!

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Mietausfall sehr, sehr selten vorkommt! Man sollte sich im Vorfeld also keineswegs verrückt machen. Auch bei kleineren Problemen, die gelegentlich vor Start der Reise eintreten können, sollte man die Ruhe bewahren und den Urlaub entspannt angehen. Kleinere Probleme lassen sich in der Regel schnell lösen. Wichtig bleibt allerdings – und das können wir nicht oft genug betonen - dass sich die Voraussetzungen bei Mietbeginn mit den Erwartungen decken. Dann steht der erfolgreichen Miete in aller Regel nichts im Wege.

Ihr wollt wissen, wie ihr euch richtig verhaltet, wenn ihr einen Unfall habt, oder das Fahrzeug Schäden aufweist? Dann lest hier weiter: Verhalten bei einem Schaden