Transportmittelvergleich – Camper, Auto oder Bus

So zahlreich wie Neuseelands und Australiens Besucher sind auch die Möglichkeiten, sich im Land zu bewegen. In dieser Übersicht klären wir die Vor – und Nachteile der beliebtesten Optionen.

Hitchhiking (das korrekte englische Wort für „per Anhalter fahren“)

Sich mit erhobenem Daumen an den Straßenrand zu stellen und darauf zu warten, dass jemand anhält, hat in Neuseeland nicht gerade viel Tradition. Die meisten haben ein eigenes Auto, seit sie lenken können. Dank zahlreicher Besucher weiß inzwischen aber jeder, was man möchte, wenn man nun also dort am Straßenrand steht. Gastfreundlich und gesellig wie die Einheimischen sind, halten sie auch gerne an. Allerdings gibt es viele Gegenden, in denen nicht besonders häufig jemand vorbei kommt. Und gerade in diesen Gegenden, ist die Fahrtüchtigkeit nicht immer mit dem Gesetz im Einklang.

Wer viel Zeit hat, kann auf diese Weise Neuseeland und Australien bereisen. Man kommt dabei höchstwahrscheinlich in den Genuss einiger außergewöhnlicher Bekanntschaften und sieht Orte, an die sonst kein Tourist gerät. Etwas Offenheit, gutes Englisch, Vertrauen in die Mitmenschen ungeachtet ihres Fahrstils und Flexibilität sind Grundvoraussetzungen für diese Transportoption. Und natürlich sollte man maximal zu zweit unterwegs sein…

Kosten: Keine Fahrtkosten. Dafür weiß man nie, wo man am Abend ankommt. Das kann mal die ebenfalls kostenlose Couch des letzten Fahrers sein, mal aber auch ein teures Hotel, weil es keine Alternative gibt. Oder der Straßenrand. Letztendlich bleibt es für Camper aber die günstigste Variante in Neuseeland oder Australien Urlaub zu machen

Bus für reisen in Australien und Neuseeland

Wer nicht viel Wert auf Abgeschiedenheit legt, kann man einem Buspass gut beraten sein. Die sogenannten Hop-On Hop-Off Busse umkreisen und durchqueren die Lande auf den beliebtesten Touristenstrecken. Ob man die permanente Gesellschaft anderer Reisender als Vor- oder Nachteil wertet, ist Typsache. Fakt ist, dass man immer das Gleiche zur selben Zeit macht, wie eine Busladung anderer. Neue Bekanntschaften werden hier leicht gemacht und langweilig wird es bestimmt auch nicht. Man sieht das Land dann aber wirklich nur auf die Weise, die das Busunternehmen vorsieht.

Für einen Überblick über bestimmte Regionen, für eine eher kurze Reise, bei der man viel sehen möchte oder bei Anschlussschwierigkeiten ist ein Buspass in Ordnung. Ansonsten raten wir eher davon ab.

Kosten: Die Kosten für einen Buspass variieren stark, abhängig von der gewählten Route und dem Geltungszeitraum. Allgemein ist diese Art des Transportes zunächst erst mal recht günstig. Da die Busse aber immer dort Station machen, wo es viele Touristen gibt, sind sowohl Übernachtungsmöglichkeiten als auch die Verpflegung teuer. So gibt man dann schnell 30 $ für eine Übernachtung in einem Gruppenraum aus und muss im überteuerten Minisupermarkt einkaufen oder eben Essen gehen. Zudem möchte man ja auch noch etwas erleben. Zusammen mit den Kosten des Buspasses kommt man da schnell auf 90 $ am Tag. Sobald man nicht alleine reist, ist diese Option also auch preislich nicht die attraktivste.

Bahn

Das Streckennetz der Bahn ist in diesen Gefilden leider sehr spärlich. Es findet hauptsächlich Gütertransport zwischen Häfen und größeren Städten statt. Alles abseits dieser Strecken ist mit Zügen nicht zu erreichen. Daher stellt Bahnfahren keine wirkliche Option zum Herumkommen dar.

Auto mieten in Australien und Neuseeland

Ein Auto zu mieten bietet viel Flexibilität. Man kann fahren, wohin man will, bleiben wo es einem gefällt, weiterziehen, sobald einen die Unruhe packt, sich um entscheiden, wann immer man will.

Die Flexibilität wird allerdings eingeschränkt. Denn am Abend möchte man gerne satt und zufrieden in ein weiches Bett kriechen. Und das gilt es zu organisieren. Günstige Unterkünfte sind schnell belegt. Daher muss man rechtzeitig buchen, wenn man etwas aufs Geld achtet. Und buchen heißt, sich einige Tage oder Wochen vorher festzulegen, wann man wohin fährt und wie lange man bleibt. Also ist sie doch nicht unbegrenzt, die Freiheit im Mietauto. Vor allem in Neuseeland raten wir generell davon ab, vieles Im Voraus zu buchen und sich dadurch die Flexibilität zu nehmen. Denn es kann gut sein, dass man sich dadurch an die Wanderschaft einer Regenwolke bindet wobei an der gegenläufigen Küste in 300 Kilometer Entfernung durchgehend die Sonne scheint.

Kosten: Im Vergleich zu einem Camper ist ein Auto auf den ersten Blick ein echtes Schnäppchen. Wobei viele Leute den Kraftstoffverbrauch im Verhältnis immer zu günstig pro Pkw auslegen. Hier kommt es wirklich auf das Alter und die Motorisierung des Fahrzeugs an. Günstige Hitop Camper verbrauchen zum Beispiel nicht viel mehr. Zudem sind pro Nacht mindestens 25 $ für ein Bett im Gruppenraum einzuplanen. Wer mehr Privatsphäre wünscht, ist schnell beim Doppelten und mehr angekommen. Dazu kommt, dass man im Auto nur begrenzt gut kochen kann. Vielleicht hat man einen kleinen Campingkocher, den man gelegentlich im Windschatten des Wagens aufbaut, um sich ein paar Nudeln zu machen. Die Regel wird das aber nicht sein. Vor allem für Kleinigkeiten wie einen Kaffee macht man das nicht und ist dann plötzlich 5 $ für das Kaffee-und-Muffin-Angebot der nächsten Tankstelle los. Daher ist für Verpflegung einiges mehr einzuplanen, als bei der Campermiete. Gerade bei mehr als einer Person sollte man unbedingt genau rechnen, ob man mit den Übernachtungskosten nicht schon einen Camper günstig mieten könnte.

Camper mieten in Australien und Neuseeland

Einen Camper oder ein Wohnmobil zu mieten, bietet die größtmögliche Freiheit und Flexibilität. Mit einem zertifizierten Fahrzeug darf man stehen, wo immer es einem beliebt, außer es ist deutlich gekennzeichnet. („No overnight parking“). Hier ist man also wirklich unabhängig. Mit Vorräten ausgerüstet und voll betankt kann man der Zivilisation ohne Probleme einige Tage den Rücken kehren. Das gibt einem die Zeit, in richtig abgeschiedene Orte zu fahren.

Man muss nicht neben, unter oder über Menschen schlafen, an deren Art zu schnarchen man nicht gewöhnt ist, muss in der Küche nicht warten, bis eine Kochplatte frei wird und kann sich jeden Tag aussuchen, mit welchem Ausblick man frühstücken möchte. Am Abend kann man eine Flasche Wein mit seinem Lieblingsmenschen teilen und ungestört Musik hören, die einem gefällt.

Kosten: Das Vergnügen hat natürlich seinen Preis. Doch der ist gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass man ja hergeflogen ist, um das Land zu erforschen. Und wenn man dann mal anfängt zu rechnen, stellt man in den meisten Fällen fest, dass es gar nicht teurer ist, als andere Optionen. Beim Mieten eines Campers zahlt man zu Anfang viel, danach kann man günstig leben. Bei anderen Optionen kommt das böse Erwachen erst unterwegs. Gerade mit mehreren Personen ist es schnell die günstigste Variante einen Camper zu mieten. Allerdings ist dies besonders bei den zertifizierten Fahrzeugen der Fall, bei allen anderen fallen in Neuseeland noch Kosten für Campingplätze an.

Auto oder Camper kaufen in Autralien oder Neuseeland

Mit dem eigenen Camper unterwegs zu sein ist der Traum vieler Reisender. Doch sollte man diese Option nur dann wählen, wenn man wirklich lange im Land bleibt. Gute Recherche, einige Testfahrten, Termine beim Mechaniker, Vergleich von Versicherungen, Anmeldungen und einiges mehr sind zu Reisebeginn notwendig. Dafür sollte man selbst als Optimist zwei bis drei Wochen einplanen.

Wenn man das Auto oder den Camper wieder zu einem einigermaßen guten Preis verkaufen möchte, sollte man noch deutlich mehr am Ende der Reise einkalkulieren. Drei bis vier Wochen sind realistisch.

Beim Kauf der Fahrzeuge stößt man immer wieder auf das Phänomen, dass jeder sein Auto zu dem Preis verkaufen möchte, den er selbst dafür gezahlt hat. Diese Rechnung geht logischerweise auf Dauer nicht auf. Denn ein Auto, das in den letzten drei Jahren dreimal Australien umrundet hat, ist einfach nicht mehr viel wert. Also Achtung bei Backpackerautos. Der Kilometerstand ist teilweise zum Umfallen, solche Zahlen würde man in Deutschland nie finden. Da kann es passieren, dass das gute Stück dann beschließt, nicht noch eine Runde drehen zu wollen und einfach nach einem Drittel sein Leben aushaucht. Dann ist es weg, das schöne Geld. Bei günstigen Autos weniger schlimm, als folgender Fall:

Ihr habt beschlossen, lieber in ein hochwertiges Fahrzeug zu investieren, da ihr nicht in der Werkstatt Urlaub machen wollt. Leider geratet ihr gleich zu Anfang in einen Unfall, der euer Wohnmobil ziemlich zerlegt. Es war nicht eure Schuld. Ihr seid erleichtert. Doch dann stellt ihr fest, dass die Regeln hier anders sind. Der andere Fahrer hat keine Versicherung, denn das ist keine Pflicht. Er kann nicht zahlen. Und schon sitzt ihr da, ohne Geld, ohne Auto. Blöd.

Beim gekauften Auto kommen natürlich ebenfalls die Kosten für Übernachtungen hinzu. Bei gekauften Campern auch, denn kaum ein Privatfahrzeug ist als self-contained zertifiziert. Mit einem gekauften Camper seid ihr also auf Campingplätze angewiesen!

Ein eigenes Fahrzeug kann sich lohnen, wenn man mindestens ein halbes Jahr im Land ist und bereit ist, sich in diese Materie vernünftig einzuarbeiten. Man sollte wissen wie man einen undichten Zylinderkopf ausfindig macht, ein Öl Leck trocken legt und Flug Rost von durchdringendem Rost unterscheidet. Kurzum, man sollte sich auskennen. Ansonsten sollte man lieber die Finger davon lassen, da man riskiert seinen gesamten Urlaub nur mit dem Kauf und Verkauf zu verbringen und durch die anderen Versicherungsvorschriften Gefahr läuft, sich in unerwartete, nicht gedeckelte Kosten hinein zu manövrieren.

Solltet ihr Fragen zum Autokauf haben, beraten wir euch gerne. Wir haben in Neuseeland diverse Camper gekauft und verkauft und teilweise selbst ausgebaut. Zusammenfassend könnte man sagen: wir haben viel dabei gelernt.