Wohnmobilurlaub mit Kind

Eine Reise mit dem Wohnmobil nach Australien und Neuseeland ist zunächst erst mal nichts Außergewöhnliches. Plant man eine solche Reise allerdings mit Kindern, wird man schnell von guten Ratschlägen (macht das lieber nicht, die Ostsee ist doch auch schön!) überschüttet. Auch wenn Reisen mit Kindern immer etwas anders und nicht unbedingt weniger anstrengend ist, sollte man sich von Schwiegermüttern, Tanten und weniger abenteuerlustigen Freundinnen nicht von seinen Plänen abbringen lassen.

Natürlich ist so eine Reise keine Kleinigkeit. Allein der lange Flug und die Zeitverschiebung können Kindern schon sehr zu schaffen machen. Man sollte also ein paar Tage der Umstellung einplanen und nicht zu viel Begeisterung erwarten. Aber mit der richtigen Vorbereitung, dem passenden Wohnmobil und einer Reiseroute, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird, kann man den schönsten Familienurlaub erleben. Sogar mit Entspannung.

Die Vorbereitung

Zunächst sollte man sich überlegen, zu welcher Jahreszeit man fahren möchte. Kinder kommen grundsätzlich mit Regen besser zurecht, als mit sehr starker Hitze. Die Sonne in Australien und Neuseeland ist im Sommer brutal. Das heißt nicht, dass man im Sommer dort nicht hinreisen sollte. Man sollte es nur wissen.

Kinder brauchen in jedem Fall

  • Sonnenhüte
  • Sonnenbrillen
  • Sonnencreme mit LSF mindestens 30
  • Regelmäßig die Möglichkeit, sich in den Schatten zurückzuziehen

Klingt zunächst offensichtlich, wird aber oft nicht ernst genug genommen. Der Sonnenschutz ist in Neuseeland in Kindertagesstätten ein wichtiges Thema. Ein Kind, das keinen Sonnenhut hat, darf im Sommer nicht nach draußen. Bei längeren Spaziergängen und Ausflügen, im Freibad und an anderen Gewässern sind Sonnenbrillen für Kinder hier Pflicht! Diese gesetzlichen Regelungen machen vielleicht deutlich, dass es wirklich einen großen Unterschied zur UV-Strahlung in unseren Breiten gibt. Selbst im Winter, der zwar kühler, aber trotzdem sonnig ist, kann man sich einen Sonnenbrand holen.

Möchte man im Winter reisen, sollte man sich andererseits bewusst machen, dass es besonders im Süden Neuseelands richtig kalt werden kann. Die Südwinde können selbst im Sommer recht kalt sein. Es sollte also entsprechend vielseitige Kleidung eingepackt werden. Zu den klimatischen Bedingungen der einzelnen Regionen sollte man sich bei der Routenplanung informieren und die Route gegebenenfalls anpassen.

Zeit einplanen

Wer mit Kindern reist, sollte sich nicht zu viel vornehmen. Häufig denken unsere Kunden, dass sie vermutlich nur einmal im Leben ans andere Ende der Welt fliegen. Dann wollen sie möglichst alles gesehen haben. Schon ohne Kinder kann das unter Umständen nicht der richtige Ansatz sein. Mit Kindern sollte man aber in jedem Fall Mut zur Lücke haben.

Die Straßenverhältnisse sind nicht mit Deutschland zu vergleichen. Es ist oft kurvig, nicht immer asphaltiert, Schlaglöcher und Viehgitter, einspurige Brücken und Schafherden sorgen besonders in Neuseeland für ein eher gemächlicheres Tempo. Die deutsche Rechnung 100 km pro Stunde kann man getrost vergessen.

Bevor man also den gesamten Urlaub im Auto mit quengelnden Kindern auf der Rückbank verfährt, sollte man lieber eine Route planen, die nur zwei bis drei Fahrstunden am Tag erwarten lässt. Es bietet sich auch an, sich einen Ort zu suchen, an dem man mehrere Tage hintereinander schlafen kann. Oft gibt es verschiedene schöne Wanderungen und andere Aktivitäten, die nah beieinander liegen. Kinder mögen es, wenn sie an einem Ort schlafen können, den sie bereits kennen.

Also lieber nur ein Bruchteil des Landes richtig erleben, als an allem nur mal eben vorbeifahren!

Flug, Wohnmobil und Fähre

Hat man sich für einen Reisezeitraum und eine ungefähre Route entschieden, sollte man zuerst das Wohnmobil buchen, und erst dann die Flüge. Erfahrungsgemäß sind Flüge deutlich leichter zu bekommen, als Wohnmobile. Es ist dann ärgerlich, wenn man am Dienstag in Auckland ankommt, das Wunschwohnmobil aber erst am Donnerstag und nur in Christchurch verfügbar ist. Inlandflüge und unnötige Aufenthalte in Hotels sollte man mit Kindern vermeiden, wenn es möglich ist. Kommen sie nach dem langen Flug direkt ins Wohnmobil, geht die Eingewöhnung deutlich schneller. Und man spart natürlich Zeit und Geld.

In Neuseeland sollte man sich auch um die Fähre rechtzeitig kümmern, wenn man beide Inseln besuchen möchte. Die ist nämlich oft ausgebucht, was die Planung gewaltig durcheinander bringen kann. Wenn ihr euer Wohnmobil bei der CamperOase bucht, erledigen wir gerne auch die Buchung der Fähre für euch.

Wir empfehlen also folgende Reihenfolge bei der Buchung:

  1. Wohnmobil
  2. Fähre
  3. Flug

Das richtige Wohnmobil

Mit dem passenden Wohnmobil steht und fällt der Urlaub in Australien oder Neuseeland mit Kindern. Es gibt einiges bei der Auswahl zu beachten. Wir helfen gerne bei einem Telefonat persönlich weiter. An dieser Stelle wollen wir aber einen ersten Überblick über einige wichtige Punkte geben.

Position der Kinder im Wohnmobil

Wo die Kinder sitzen, ist entscheidend für ihr Wohlbefinden während der Fahrt. Es ist sehr hilfreich, wenn die Kinder vorne bei den Eltern oder direkt in Reichweite hinter ihnen sitzen können. So können sie ohne ständiges Anhalten mit allem versorgt werden, was sie brauchen. Auch ein kleiner Tisch ist oft von Vorteil.

Wer nur mit einem Kind unterwegs ist, ist in dieser Hinsicht mit einem Hochdachcamper gut beraten. Denn dieser hat immer eine 3er-Sitzreihe vorne. Es muss jedoch immer geklärt werden, ob Kinder in der jeweiligen Region vorne zugelassen sind und ob einige Voraussetzungen wie ausschaltbare Airbags erfüllt sind. In diesem Fall ist der Hochdachcamper eine sehr günstige Option.

Auch größere Wohnmobile haben teilweise drei Sitze vorne, es ist jedoch nicht gestattet, dass Kinder hier sitzen, sobald es andere Sitze hinten im Wohnmobil gibt!

Bei großen Fahrzeugen sind teilweise Sitze ganz hinten im Wohnmobil platziert. Für Kleinkinder sind diese völlig ungeeignet. Neben der starken Übelkeit, die bei Sitzen hinter der Hinterradachse häufig auftritt, werden die Kinder hier extrem durchgerüttelt, was zu Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen kann. Besonders bei kleinen Kindern ist das ein absolutes Ausschlusskriterium. Auch viele Erwachsene vertragen es übrigens nicht, ganz hinten zu sitzen.

Bei vielen Wohnmobilen sitzen die Kinder zwar dicht hinter den Eltern, die Seitenfenster sind aber so hoch, dass die Kinder nicht rausgucken können. Das ist extrem ärgerlich und langweilig für die Kinder.

Ausstattung des Wohnmobils

Wohnmobile mit Alkoven sind – bei geeigneter Sitzverteilung – oft eine gute Wahl für Wohnmobilreisen mit Kindern. Sie bieten viel Platz und die Möglichkeit, das Kind jederzeit ins Bett zu legen, da das Alkovenbett immer aufgebaut bleibt. Im Mittagsschlafalter ein Riesenvorteil!

Alkovenwohnmobile haben meist auch eine umfangreichere Ausstattung. Neben Dusche und WC kann besonders im Winter eine Gasstandheizung ein Argument für ein solches Wohnmobil sein. Gerade mit Kindern zahlt sich etwas mehr Luxus schnell aus.

Auf einen Blick:

  • Kinder sollten weit vorne und nah bei den Eltern sitzen
  • Ein Tisch ist nützlich
  • Kinder sollten rausgucken können
  • Die Sitze sollten die gesetzlichen Bestimmungen für Kinder erfüllen
  • Dusche und WC sind hilfreich
  • Alkovenbett für Mittagsschlaf ist praktisch
  • Gasstandheizung im Winter vorteilhaft

Wir kennen die Wohnmobile der Anbieter und wissen, welche Vor- und Nachteile sie beim Reisen mit Kindern bieten. Gerne beraten wir euch, damit auch euer Wohnmobilurlaub mit Kindern eine wunderschöne Erfahrung wird.

Packen

Neben dem bereits erwähnten Sonnenschutz (Kopfbedeckung, Creme, Sonnenbrille) gibt es noch ein paar Dinge, die man bei Reisen nach Australien und Neuseeland mit Kindern mitbringen sollte. Unentbehrlich ist jedem Fall ein gutes, aber kindertaugliches Insektenspray. In anderen Ländern sind die Zulassungen für Giftstoffe oft anders. Es ist daher ratsam, sich zu Hause beraten zu lassen und das Produkt der Wahl mitzunehmen. Man sollte es vielleicht auch vor der Abreise schon mal auf Verträglichkeit testen.

Besonders in Neuseeland ist es oft windig. In manchen Regionen kann man selbst im Sommer nicht am Strand liegen, weil der Wind unangenehm kalt ist, obwohl die Sonne vom Himmel brennt. Oder es ist warm genug, aber man bekommt die ganze Zeit Sand in die Augen. Unser Rat ist daher, eine Strandmuschel mitzunehmen. Damit kann man sich jederzeit vor dem Wind schützen und den Strand genießen.

Ebenfalls können besonders in Neuseeland Neoprenanzüge für die Kinder sinnvoll sein. Denn die Nähe zur Antarktis sorgt regional ganzjährig für eher kühle Wassertemperaturen. Wo Pinguine und Robben gerne schwimmen gehen, tun das Fünfjährige meist eher nicht.

Lange Fahrten im Wohnmobil lassen sich mit Hörspielen und Kinderliedern gut überbrücken. Malen, lesen oder anderes sorgt oft für Übelkeit. Die meisten Wohnmobile haben einen Anschluss für mp3-Player. Andere haben CD-Player eingebaut. Informationen zur Ausstattung eures Wohnmobils bekommt ihr von uns. Deutsche Hörbücher sind vor Ort kaum zu bekommen, man sollte also vorbereitet sein!

Nicht zu vergessen beim Wohnmobilurlaub mit Kindern:

  • Sonnenhut
  • Sonnencreme
  • Sonnenbrille
  • Insektenschutz
  • Strandmuschel
  • Neoprenanzug
  • Hörspiele

Epilog

Und dann ist es geschafft. Ihr informiert euch noch bei der Airline, was für den Flug mit Kindern empfohlen wird. Optimal vorbereitet fliegt ihr entspannt los und kommt fast entspannt an. Euer Wohnmobil wartet auf euch. Ihr fühlt euch sofort zu Hause und fahrt gleich an den ersten traumhaften Strand. Hier gefällt es euch so gut, dass ihr zwei Tage bleibt. Die Kinder buddeln im Sand und planschen, während Mama sich aufs Surfbrett schwingt und Papa nach Haien taucht. Ihr kocht im Wohnmobil und esst draußen. Am Nachmittag zieht ihr los in den Regenwald. Eine kurze Wanderung führt euch über kleine Holzbrücken vorbei an Riesenfarnen und moosbehangenen Bäumen zu einem herrlichen Wasserfall. Am Abend schlafen die Kinder, während ihr es euch mit einer Flasche Wein am Strand gemütlich macht. Viel Vergnügen!