Die persönliche Erwartungshaltung als wichtigste Information für einen schönen Camper Urlaub in Neuseeland und Australien

Bei einigen Vermietfirmen sind die deutschen Touristen verschrien als besonders pingelig, meckernd und fordernd. Andere Firmen lieben die deutschen Touristen, weil das Fahrzeug pünktlich und sauber zurück kommt und es meist eine lange Miete war. Denn wer aus Deutschland kommt und seinen Jahresurlaub in Neuseeland oder Australien verbringt, der macht dies meist für einen längeren Zeitraum. Und völlig zu Recht, möchte man seinen Urlaub genießen und sich nicht mit Unzulänglichkeiten abärgern…


So, so, der pünktliche, genaue, humorlose Deutsche, also. Alles papperlapapp oder ist da was dran?


Wir, die CamperOase, arbeiten mit allen großen Firmen zusammen, bieten aber auch ein paar kleinere, dennoch gute Firmen an. Wir arbeiten anders als andere Online Vermittlungsportale. Wir beraten den Kunden persönlich, gehen dabei explizit auf die Reise- und Budgetwünsche ein, haben aber auch zu den Firmen vor Ort, durch tägliche Telefonate, ein sehr gutes Verhältnis und prüfen die Verfügbarkeiten.
Wir sind im Bilde! Und dieses Bild möchten wir an unsere Kunden weitergeben!

So können böse Überraschungen vermieden werden. Grundlegend dafür ist die Information des Kunden, was er für Qualität vor Ort zu erwarten hat! Und das doch bitte bevor er bucht! Uns ist schließlich an zufriedene Kunden sowie zufriedene Vertragspartner vor Ort gelegen. Und bis dato, so zeigen es unsere durchweg positiven Bewertungen auf Facebook, scheinen wir mit unserem Modell einen guten Job zu machen.
Allerdings ist es natürlich auch uns nicht möglich jedem Kunden, jede Eventualität in einem Telefongespräch oder einer Email nahe zu bringen. Der Kunde steht selbst ebenfalls in der Pflicht sich zu informieren. Und der erste Punkt dieser Information sollte die Frage sein: Was ist mir wirklich wichtig. Auf was kommt es mir an?

Um diese Frage angehen zu können, gehen wir mit relevanter Information gleich ans Eingemachte!

Drei Punkte sind wichtig zu verstehen:

  • die Campermiete ist teuer und teuer ist subjektiv!
  • Neuseeland und Australien sind nicht Deutschland!
  • Was ist der Unterschied der einzelnen Fahrzeugklassen?



1. Die Campermiete ist teuer und teuer ist subjektiv!


Die Preise in Neuseeland und Australien sind mehr als Kosten deckend. Vor allem die Preise in der Hauptsaison sind gesalzen. Warum? Es sind Traumländer, die in aller Freiheit mit dem Wohnmobil oder dem Camper bereist werden können! Neuseeland und Australien sind als Reiseländer genial! Dementsprechend ist allerdings auch die Nachfrage und die bestimmt den Preis!

Nun zum subjektiven Teil: je mehr man bereit ist zu zahlen, desto mehr kann man qualitativ erwarten. Jedoch hat jeder sein persönliches Limit, seine Obergrenze an dem was er zu zahlen bereit oder in der Lage ist. Für jeden ist die Campermiete erstmal nur eines: teuer! Somit möchte man sich vor Ort auch nicht ärgern müssen über den Zustand des Campers - denn schließlich hat man „viel Geld dafür gezahlt!“
Dennoch müssen wir hier an dieser Stelle einhaken und ganz klar sagen: was als teuer empfunden wird ist eine subjektive Wahrnehmung! Wir reden uns oft den Mund fusselig und raten von den günstigsten Campern ab und raten dazu etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen.
Am Telefon wird uns oft versichert, „dass man mit ein paar Makeln gut leben könne, nicht so pingelig sei und auch wenn man mit dem Fahrzeug mal in die Werkstatt müsse, so stelle dies kein Problem dar.“
Ein halbes Jahr später, einmal um die Welt geflogen, müde, abgekämpft, allerdings voll freudiger Erwartung, sieht die Realität oft anders aus: man möchte das Fahrzeug abholen, es hat in gutem Zustand zu sein und man will sich nicht ärgern, sondern einfach nur los. Aber auch ein halbes Jahr nach der Buchung bleibt Budgetklasse – Budgetklasse und Mittelklasse bleibt Mittelklasse! Egal ob die Budgetklasse subjektiv empfunden teuer war oder nicht, es bleibt die Budgetklasse.

Aber was heißt das eigentlich und was kann ich an Qualität denn nun wirklich erwarten?




2. Die Qualität ist nicht zu vergleichen mit der Qualität die man von deutschen Vermietern oder gar vom eigenen Wohnmobil gewohnt ist.



Die Überschrift sagt es schon, aber verstehen wollen wir es! Dadurch wird einiges klarer und man kann mit gewissen Mängeln leichter umgehen.
Neuseeland ist nicht Deutschland und der Vermietmarkt ist nicht zu vergleichen. In Neuseeland und Australien fahren die Camper das ganze Jahr, hoch und runter, kreuz und quer, hunderte, tausende, hunderttausende von Kilometern. Es ist hier in Neuseeland und Australien eine ganz andere Beanspruchung und leider auch teilweise ein anderer Umgang mit den Fahrzeugen. Denn die Sprüche „don´t be gentle, it´s a rental“ kommen nicht von ungefähr. Man geht mit dem eigenen Fahrzeug einfach sorgsamer um und die pure Masse an Kunden und Kilometern, lassen die Fahrzeuge leiden und schneller altern als man dies vom eigenen PKW oder Wohnmobil gewohnt ist.


Die Flottenauslastung der Firmen erklärt dann den ganzen Rest:

Kunde A bringt den Camper am Dienstag gegen 16 Uhr zurück. Schließlich soll auch der letzte Miettag voll genutzt werden. Kunde B holt den Camper am Mittwoch um 10 Uhr wieder ab. Bis dahin muss der Camper für den nächsten Kunden wieder in tiptop Zustand sein. Und in der Hauptsaison ist es nicht ein Kunde der am Vortag abgibt und auch nicht nur ein Kunde der am Folgetag das Fahrzeug wieder abholt. Es sind 10-50 Kunden. Je nach Größe der Vermietfirma.
In der Realität sieht es dann so aus, dass die Fahrzeuge schnell gesäubert werden und das Fahrzeug auf Fahrtüchtigkeit hin gecheckt wird und die wichtigsten Dinge nachgefüllt, ersetzt und behoben werden. Auch der Wohnraum wird einmal oberflächlich auf dessen Funktion gecheckt. Dann geht das Fahrzeug wieder auf die Straße.

Um es mal an zwei Beispielen zu verdeutlichen:


Beispiel 1: Hilfe! Der Camper ist undicht!

Irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem die Dichtungen an den Fenstern und Türen nicht mehr dicht sind. Oder es gibt einen Schaden am Dach den man von unten nicht erkennen kann. Irgendwann wird es einen Kunden treffen der an Tag x seiner Reise aufwacht, weil es nass in den Camper tropft.
Keine Firma hat die Zeit oder die Kapazität einen Mitarbeiter abzustellen, der das Fahrzeug 20 Minuten mit einem Gartenschlauch berieselt, um zu kontrollieren ob es irgendwo eine undichte Stelle gibt. Und wenn so etwas der Campervanfirma nicht gemeldet wird, wird es auch sehr wahrscheinlich nicht erkannt und der Nachmieter darf sich darüber freuen.


Beispiel 2: So ein Mist - der Einkauf verteilt sich im Camper!

Ebenso wenig machen die Firmen eine Probe- und Kurvenfahrt mit dem Camper.
Magnetverschlüsse von Türen oder die des Kühlschrankes haben aber eine gewisse Lebenszeit die irgendwann vorbei ist. Irgendwann hält der Druckmagnet den Fliehkräften nicht mehr stand, die Schublade oder der Kühlschrank gehen in der Kurvenfahrt auf und der Inhalt verteilt sich über dem Boden.


Dies sind „nur“ zwei Beispiele. Aber sie verdeutlichen die Problematik. Es ist und bleibt super ärgerlich für den Mieter, aber die Vermietfirma ist hier auf den Vormieter und dessen Feedback angewiesen. Leider wollen die meisten Gäste am Ende der Reise schnell zum Flughafen oder sie denken, dass man sie am Ende für gemeldete Mängel belangen wird und verschweigen diese.

Hat man die Problematik der Vermietbranche und deren dichten Taktung verstanden, so lassen sich einige Mängel leicht erklären – ärgerlich bleiben sie dennoch!

Aber was kann ich denn nun eigentlich von den verschiedenen Fahrzeugklassen erwarten?



3. So unterscheiden sich die einzelnen Fahrzeugklassen qualitativ!


Grundsätzlich kann man sagen, je älter ein Camper oder ein Wohnmobil ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man mit dem Fahrzeug aufgrund eines Verschleißteilschadens in die Werkstatt muss. Bei einer langen Mietdauer mögen solche Ausfalltage nicht weiter ins Gewicht fallen und mit einem älteren Mietfahrzeug lassen sich dafür deutlich Mietkosten sparen. Kunden welche allerdings nur eine begrenzte Zeit unterwegs sind und in dieser eher kurzen Reisezeit viel Strecke abfahren möchten, sollten lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und mindestens die Mittelklasse wählen.
Neuseeland von Süd nach Nord zu bereisen, die Budgetklasse zu wählen und sich dann auf seine 18 Tage Urlaub zu freuen, ist optimistisch gedacht. Unserer Meinung nach kann man in diesem Beispiel ab 4 Wochen Reisezeit die Budgetklasse anvisieren.
Man fliegt meist nur einmal nach Neuseeland oder Australien. Es soll der Urlaub des Lebens werden und man nimmt von Haus aus viel Geld in die Hand. Allein schon für die Flüge. Da ist es sinnvoll für den Camper oder das Wohnmobil dann die paar hundert Euro mehr auszugeben, wenn sich daraus ein deutlicher Klassenunterschied und somit ein gelungener Urlaub ergibt.


„Wir kennen die einzelnen Firmen und deren Fahrzeuge und beraten euch gerne bei der Wahl des passenden Campers in Relation zu eurer Reisezeit und eurem Budget!“



Zur groben Orientierung kann man die Fahrzeuge und Firmen in drei Klassen einteilen:

Premiumklasse: 0 - 3 Jahre alte Camper und Wohnmobile
Mittelklasse: 3 – 7 Jahre alte Camper und Wohnmobile
Budgetklasse: 7+ Jahre alte Camper und Wohnmobile


Natürlich ist dies nur eine Indikation und die Übergänge verschwimmen je nach Firma, Wartung der Fahrzeuge, Service und AGB.

In der Premiumklasse sollte alles in bester Ordnung sein! Die Fahrzeuge sind sehr jung aber dennoch eingefahren und man hat in dieser Fahrzeugklasse das geringste Risiko aufgrund eines Verschleißteilschadens mit dem Fahrzeug in die Werkstatt zu müssen.
Passieren kann so etwas aber natürlich auch in der Premiumklasse. Die Wahrscheinlichkeit ist nur deutlich geringer. Zudem differenzieren einige Firmen auch in der Qualität ihres Service zwischen Budget- und Premiumklassekunde. Des Weiteren kann man in der Premiumklasse auf deutlich mehr Kulanz Seitens der Firmen hoffen, sofern es doch mal zu einer Verzögerung im Urlaub kommt, welche aufgrund eines Verschleißteilschadens ohne das Zutun des Kundens entstanden ist.
Premiumklasse bedeutet allerdings nicht, dass der Camper in absolut einwandfreiem Zustand ist. Auch diese Fahrzeuge sind schon ein paarmal gemietet worden. Wer Mängel finden will, der wird auch in der Premiumklasse Mängel finden. Sie sind nur deutlich geringer als in den anderen Klassen.


Die Mittelklasse besteht aus Campern und Wohnmobilen, welche aus der Premiumklasse abverkauft worden sind, weil ein gewisser Kilometerstand oder ein gewisses Alter erreicht wurde. Da die Camper demnach schon einige Male Neuseeland oder Australien hoch und runter gefahren sind, steigt die Gefahr von Verschleißteilschäden und auch die Abnutzungserscheinungen am Camper, Innen wie Außen, sind höher. Typische Abnutzungserscheinungen sind Beulen, Steinschläge, Kratzer. Im Innenraum gibt es hier und da abgeplatzte Ecken und Stellen an denen das Furnier abgenutzt ist. Auch die Polster sind etwas durchgelegener, Stoffe ausgeblichener. Alles in allem haben die Camper und Wohnmobile der Mittelklasse schon deutliche Gebrauchsspuren Innen und Außen, aber sie sind dennoch zuverlässige Reisebegleiter.


Die Budgetklassefahrzeuge haben sehr viele tausend Kilometer auf der Uhr und oben genannte Abnutzungserscheinungen werden im Laufe der Zeit nicht weniger! Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit dem Fahrzeug mal in die Werkstatt muss, ist gemäß dem Alter und der Laufleistung höher als in den anderen Klassen. Natürlich verlassen auch diese Fahrzeuge den Hof in verkehrstüchtigem Zustand aber die Kombination aus deutlich sichtbarer Abnutzung, Innen wie Außen und der erhöhten Verschleißteilanfälligkeit, sorgen bei manchem Kunden vor Ort dann doch für eine Überraschung. Dafür ist das Fahrzeug aber auch deutlich günstiger! Es ist ein Trade-off!

Reparaturkosten, die aufgrund eines Verschleißteilschadens entstehen, gehen zu Lasten des Vermieters. Nicht aber die verloren gegangene Zeit! Kommt es zu einem Mietausfall aufgrund eines Verschleißteilschadens, so sind die Firmen innerhalb der Mittel- und Budgetklasse schnell mit dem Satz bei der Hand, dass man ja auch teurer hätte mieten können, um eben genau dieses Risiko zu minimieren. Einzelne Ausfalltage werden nur selten erstattet. Es sei denn, es sind schlicht zu viele innerhalb einer Miete. Es gibt auch Firmen die eine finanzielle Kompensation in ihren AGB klar geregelt haben. So erfolgt eine Rückvergütung bei manchen Firmen nur dann, wenn der Ausfall zwei Tage am Stück überschreitet. Wobei gegeben sein muss, dass das Fahrzeug am gleichen Ort und aufgrund des gleichen Schadens den Dienst verweigert.



Die Fahrzeugausstattung bzw. hinzu gebuchtes Zubehör ist noch ein wichtiger Punkt den es kurz anzusprechen gilt. Leider kommt es immer wieder mal vor, dass Campingstühle gebrochen sind, Pfannen zerkratzt, Anschlussadapter für etwaige Wasser- oder Gasanschlüsse verwechselt wurden. Auch dies ist ohne Frage ärgerlich. Daher erwähnen wir es an dieser Stelle damit der Kunde zu Beginn der Miete das mitgelieferte Zubehör einmal unter die Lupe nimmt und bei Bedarf reklamiert um Ersatz zu erhalten.



Also, wie sieht es aus? Alles papperlapapp oder ist der Stereotyp des „Deutschen“ berechtigt?


Natürlich kommt die stark verallgemeinerte Ansicht des typischen Deutschen nicht von ungefähr. Jedoch habe ich in meinen 5 Jahren die ich in Neuseeland gelebt habe, eher erfahren, dass diese Verallgemeinerung durchaus positiv besetzt ist. Man schätzt unsere Pünktlichkeit, unsere Genauigkeit, den Hang zum Perfektionismus etc.

Letztendlich sollte sich jeder vor dem Punkt der persönlichen Erwartungshaltung noch einmal selbst hinterfragen was ihm/ihr wirklich wichtig ist!?

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht!
Top Qualität zum günstigen Preis ist eine Utopie!

Ja ok, bucht man früh genug erfährt man deutlich günstigere Preise, als jene, welche der Markt verlangt sobald die Verfügbarkeit schwindet. Aber die Frage nach der Fahrzeugklasse und die damit in Zusammenhang stehenden Erwartungen gilt es zu be- und überdenken. Und auch wenn man ein halbes Jahr später den Urlaub antritt, sollte man sich nochmal in Erinnerung rufen, was einem bei der Buchung wirklich wichtig war!
So lässt sich die Reise mit Sicherheit noch etwas entspannter angehen. Denn das soll es schließlich auch sein, ganz gemäß dem neuseeländisch, australischem Motto: „it´s gonna be allright!“



In diesem Sinne, fragt uns! Wir helfen euch gerne!


Kolja Chromow
Team CamperOase




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